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Inhaltsverzichnis


Das NA Way Magazin wird in Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Spanisch veröffentlicht und ist Eigentum der Mitglieder von Narcotics Anonymous. Sein Auftrag ist daher, jedes Mitglied mit Genesungs- und Serviceinformationen zu versehen, sowie mit genesungsorientierter Unterhaltung, bei der es um aktuelle Themen und Veranstaltungen geht, die für unsere NA-Mitglieder auf der ganzen Welt relevant sind. In Übereinstimmung mit unserem Auftrag, widmet sich das Redaktionsteam ganz der Aufgabe, ein Magazin zu erstellen, das offen ist für Artikel und spezielle Beiträge, die von Mitgliedern aus der ganzen Welt verfaßt wurden, sowie für aktuelle Service- und Convention-Informationen. In erster Linie ist das Journal der Wertschätzung unserer Botschaft der Genesung gewidmet - daß Süchtige, alle Süchtigen, aufhören können Drogen zu nehmen, das Verlangen verlieren können, Drogen zu nehmen und einen neuen Lebensweg finden können.“

„Gebrauchsanweisung“ zum NA Way

Das NA Way ist ein breit angelegtes Dienstmagazin für das NA-Mitglied. Neben standardmäßigen Berichten von den Weltdiensten, enthält der redaktionelle Teil persönliche Erfahrungen in der Genesung, Komentare zu Themen, die NA als Ganzes angehen, bis hin zu humoristischen oder nostalgischen Beiträgen zur Genesung.Wir streben nach einem Geist von Einigkeit und gegenseitigem Respekt und wir schrecken nicht vor Kontroversen zurück, wenn eine konstruktive Lösung angeboten wird. Wir akzeptieren Beiträge in den Sprachen, in denen wir das NA Way veröffentlichen: Englisch, Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Spanisch.

Wir behalten uns das Recht vor, alle Manuskripte zu überarbeiten und zu redigieren. Die Manuskripte müssen zusammen mir einer unterschriebenen Abtretungserklärung der Autorenrechte eingereicht werden.

Die Kriterien für die einzelnen Sparten des Magazins sind wie unten folgt:

Aktuelles
Alles, was mit Berichten über aktuelle Themen oder Veranstaltungen in NA zu tun hat, bis hin zu ausreichend dokumentierten historischen Essays über die Anfänge NA’s in einem Gebiet, einer Region oder eimem Land. Bitte fragt zuerst bei uns an. Maximale Länge: 2.500 Wörter.

Mitglieder teilen
Persönliche Genesungserfahrungen in der Länge von 500 bis 2.000 Wörter.

Parabeln
Das sind fiktive Artikel, in denen der Verfasser oder die Verfasserin ein spirituelles Prinzip oder irgendeine genesungsbezogene Lektion veranschaulicht. Maximale Länge: 1.500 Wörter.

Humor und „Letzte Lacher“
„Letzte Lacher“ sind Ausschnitte aus NA-Zeitungen (auch Material aus dem NA Way Magazin), Versprecher aus der NA-Literatur, die man auf NA-Veranstaltungen gehört hat etc. Andere humoristische Artikel können alles enthalten, angefangen von einer „Top Ten“-Liste, über eine Parodie auf NA-Literatur, bis hin zu einem Multiple Choice-Fragebogen. Maximale Länge: 1.000 Wörter.

Profile betrauter
Diener NA-Gemeinschaften sollen uns Beschreibungen von lokalen betrauten Dienern oder Dienerinnen zuschicken, deren Profil sie gerne im NA Way Magazin abgedruckt haben möchten. Die eingesandten Profile müssen den Vornamen des betrauten Dieners oder Dienerin enthalten, den Anfangsbuschstaben seines/ihres Nachnamens, seine/ihre Position und Kontaktinformationen über die Gruppe oder das Dienstorgan, das die betrauten Diener/Dienerinnen für diese Sparte vorschlägt. In den Zuschriften soll in einem Abschnitt von nicht mehr als 50 Wörtern beschrieben werden, warum der betraute Diener oder die betraute Dienerin diese Ehre verdient.


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Das Privileg der Selbsterhaltung:
Wer ist verantwortlich für die Dienste in NA?

Auf der Weltdienstkonferenz 1997 genehmigten die Teilnehmer den Guide to Local Services. Dieses neue Diensthandbuch beschreibt einige Änderungen hinsichtlich der Art und Weise, wie wir innerhalb der NA-Dienststruktur Dienste versehen können. Eine der wesentlichsten Änderungen, die der Guide beschreibt, ist das neugestaltete System des Spendengelderflusses („Fund-flow-System“), welches die Praxis direkter Spenden durch die Gruppen an das Gebiet, die Region und die Weltdienste vorsieht. Wenn unsere Dienste jedoch in der Zukunft leistungsfähig sein sollen, dann sollten wir vielleicht einen tieferen Einblick nehmen, der über die bloßen Mechanismen hinausgeht, wie sich die Spenden durch unser Dienstsystem bewegen, und wir sollten vielleicht unsere eigene Einstellung gegenüber dem Prinzip der Selbsterhaltung überprüfen.

Zuerst einmal ein bißchen historischen Hintergrund über den Spendenfluß in Narcotics Anonymous. Die frühesten Ausgaben der Dienstleitfäden unserer Gemeinschaft empfahlen direkte Spenden der Gruppen an alle Ebenen der Dienste. Als jedoch im Jahr 1982 die Weltdienstkonferenz eine Überarbeitung der Abschnitte im Dienstleitfaden, die sich auf Gruppe, Gebiet und Region bezogen, genehmigte, wurden die Gruppen dazu angehalten, alle ihre Überschüsse an das Gebietskomitee zu spenden - welches dann wiederum seine Überschüsse an die Region spenden sollte und die Überschüsse der Region sollten an die Weltdienste gehen. Direkte Spenden - wie sie nun im gerade genehmigten Guide empfohlen sind - wurden durch genau dieses System ersetzt, bei dem überschüssige Gelder von einer Dienstebene zur nächsten weitergeleitet werden.

Wieso sind wir jetzt im Kreis gelaufen? Wie sind wir genau zu dem Ausgangspunkt zurückgekehrt, von dem aus wir vor all den Jahren gestartet sind? Nun gut, die überschüssigen Gelder sind nicht weitergeflossen: In vielen Fällen sind unsere Reserven bereits auf Gebietsebene erschöpft und es ist wenig oder nichts übrig, das an die Region oder an die Weltdienste gespendet werden kann.

„Na und?“, sagen einige Mitglieder. Die Region und die Weltdienste fahren doch offensichtlich gut mit dem, was sie kriegen und was hat denn meine Gruppe zu Hause damit zu tun? Tatsache ist, daß die Weltdienste und die Regionen (und in einigen Fällen sogar die Gebiete und Gruppen) mehr und mehr von Geldmittelaufbingungen abhängig wurden, wie z.B. Conventions, Tanzveranstaltungen, Verkauf von Andenken und aufgeblähte Preise für NA-Literatur, damit die fehlende Unterstützung aus den Gruppen wettgemacht werden konnte. Damit waren unsere Gruppenmitglieder zu Hause in einer sehr realen Weise von unserem ineffektiven Fund-flow-System betroffen, und zwar in Form von aufgeblähten Einschreibegebühren für Conventions, von Dienstausschüssen und -komitees, die nicht immer direkt denen verantwortlich sind, welchen sie dienen und, was noch schwerwiegender ist, durch höhere Preise für unsere Genesungsliteratur.

Für viele unserer Mitglieder ist das zunehmend ein Ärgernis in unserer Gemeinschaft geworden. Probleme, wie solche, daß Dienstorgane durch „Geld, Besitz- oder Prestigeprobleme“ von unserem Hauptzweck abgelenkt werden (Conventions generieren oft große Geldsummen und ermutigen gutmeinende Conventionkomitees zu geradezu exzessiven Ausgaben); die Anhäufung großer Mengen von Sicherheitsreserven als Kapital für Tanzveranstaltungen und andere Veranstaltungen; und die Entstehung von „Handelsunternehmen“, die uns oft vom spirituellen Schwerpunkt unseres Programms wegführen - all diese Symptome signalisieren ein abnehmendes Maß an Verpflichtung gegenüber unserem Hauptzweck, sowie ein ständig wachsender Mangel an Rechenschaft gegenüber den Gruppen, zu deren Wohl die Dienste von NA in erster Linie sein sollten.

Wir treffen mit unseren Bemühungen, unsere Dienste für eine anwachsende Mitgliederzahl bereitzustellen, auf ein ernstes Problem: Wir wissen, daß wir Geld brauchen, um solche Dienste zur Verfügung zu stellen, aber der Spendenkorb liefert offenbar nicht die notwendigen Reserven, um dafür aufzukommen. Die Spenden aus den Gruppen sind ganz einfach nicht ausreichend, um uns in die Lage zu versetzen, alle Dienste bereitzustellen, von denen wir wissen, daß sie für das Wachstum unserer Gemeinschaft unerläßlich sind, und die Botschaft zu den Süchtigen zu bringen, die noch leiden.

Doch selbst dieses Wissen ist nichts Neues. Schon 1986 richtete das Weltdienstfinanzkomitee einen Sonderbericht an die Gemeinschaft, worin es zu bedenken gab, daß das Fund-flow-System „viele Segmente unserer Dienststruktur in vielen Teilen der Welt nicht unterstützen konnte“. Das Finanzkomitee wies nachdrücklich auf seine Besorgnis über unser ineffektives System hin: „Die Gefahren, die sich aus den finanziellen Problemen des Spendenflusses für unsere Gemeinschaft als Ganze ergeben, müssen angesprochen werden, bevor sie größere Ausmaße annehmen.“

Die Antwort des Finanzkomitees auf unsere kollektiven Geldprobleme? Direktspenden aus den Gruppen an alle Dienstebenen - ein Vorschlag, unser früheres System wieder einzuführen, von dem man sich 1982 getrennt hatte. Das Komitee lieferte auch einen Vorschlag für einen Fund-Flow-Plan, den es „60:30:10-Plan“ nannte. Unter diesem Plan sollten die Gruppen 60% ihrer Überschüsse an die Gebiete, 30% an ihre Region und 10% direkt an die Weltdienste spenden.

Trustee Bulletin Nr. 22, „Direkte Spenden“, plädiert ebenso für solche Direktspenden, doch wird darin auch auf einen weiteren wesentlichen Punkt hingewiesen: „Direkte Spenden sind keine Zauberformel, die uns von allen finanziellen Problemen befreien wird. Unsere Verantwortung, als Mitglieder die Dienste zu finanzieren, die wir haben wollen, ist ein Thema, das eine umfassendere Diskussion verlangt. „

Das ist ein hervorragendes Argument. Tatsache ist, mit der Genehmigung des Guide to Local Services, haben wir nun die Direktspenden aus den Gruppen an alle Dienstebenen wieder eingeführt. Trotzdem wird die Wiedereinführung des zirkulären Spendenflusses die kollektive Fähigkeit unserer Gemeinschaft, NA’s Dienste zu finanzieren, nicht ein bißchen beeinflussen, wenn nicht unser Prinzip der Selbsterhaltung diskutiert wird. Dem Mitglied müssen wir erklären, wie wir dahin gekommen sind, daß wir unsere Foitsetrung Verpflichtung, unsere Dienststruktur zu unterstützen, vernachlässigt haben.

Wir müssen in Frage stellen, ob prekäre und unsichere Einnahmequellen, wie Conventionerträge, Warenverkäufe und Profite aus Literaturverkäufen, das klügste Fundament sind, auf dem wir die Finanzierung unserer Dienste aufbauen können. Ist es klug, sich für die Zukunft unserer Gemeinschaft weiterhin auf solche unsicheren Einnahmequellen zu verlassen? Wir müssen uns fragen: Was sollte mit dem Geld geschehen, das ich bei jedem Meeting in den Spendenkorb werfe, außer daß damit die Miete, die Vorräte, die Literatur und der Kaffee bezahlt wird? Warum bringt die Siebte Tradition nicht genug Geld ein, um unsere Dienste adäquat zu unterstützen? Wenn wir unsere Verantwortung für den Selbsterhalt nämlich nicht gemeinschaftsweit diskutieren, dann nützen alle tollen alten oder neuen Fund-flow-Systeme der Welt nichts. Wenn das Geld nicht im Spendenkorb landet, dann ist kein Geld für die Dienste da. Punkt.

Eines unserer frühen Mitglieder verstand das sehr gut. In einem Tusteebulletin von 1985 beschrieb ein frühes Mitglied das wirkliche Problem, das all unseren Versuchen zugrundeliegt, ein für allemal Ordnung in den Fluß der Spendengelder zu bringen. Er schrieb: „Es ist traurig, daß wir bei unserem Bestreben zu genesen, unsere Einstellung und unsere Handlungen immer wieder rückgängig machen; wir bewegen uns zwischen der großspurigeren Grandiosität von Leuten, die Geld mit vollen Händen ausgeben, und einer kleinlichen, selbstsüchtigen Haltung von Menschen, die alle ihre Handlungen rationalisieren und rechtfertigen müssen... Wir vergessen, daß jeder von uns seine Gewohnheiten mit allen Mitteln, die wir nur finden konnten, finanzieren mußten. Wenn wir nur einen kleinen Bruchteil des Geldes oder der Mühen aufbringen könnten, die wir auf Drogen verwendet haben, wie gut könnten wir dann die Botschaft der Genesung zu den unglücklichen Süchtigen bringen, die NA noch nicht gefunden haben“.

Das Problem liegt vielleicht gar nicht in unserem System des Spendengelderflusses begründet. Es besteht vielleicht einfach darin, daß wir vergessen haben, woher wir kommen. Was es uns gekostet hat, clean zu werden. Was es bedeutet, das zu behalten, was wir haben, indem wir es weitergeben. Was für eine Veränderung es für viele von uns darstellt, daß „wir uns durch unsere Spenden selbst erhalten“, wir, die so lange nichts gegeben, sonder nur genommen haben. Was für ein Glücksspiel es ist, sich auf Profite aus Conventions und Literaturverkäufe zu verlassen, um unsere Dienste zu finanzieren. Was es für die leidenden Süchtigen auf der ganzen Welt bedeuten könnte, wenn die Finanzen unserer Gemeinschaft genauso stabil werden, wie ihre Gruppen - das Rückgrat von Narcotics Anonymous.

Wenn wir mit Stolz und Dankbarkeit auf die Wirksamkeit unserer Botschaft und auf ihre Auswirkungen auf unsere Lebensweise blicken, dann müssen wir uns auch unsere Prinzipien noch einmal ansehen. Wir müssen uns erneut dem Prinzip der Selbsterhaltung durch unsere eigenen Spenden veschreiben. Wir müssen der Tatsache ins Auge blicken, daß ein Dollar nicht mehr so viel wert ist, wie früher, egal, ob man damit einen Laib Brot kauft, oder ob man ihn in den Spendenkorb wirft. Wir müssen uns das ins Gedächtnis rufen, was ein frühes Mitglied vor etwa zwölf Jahren schrieb: „Das Überleben von NA hängt von uns allen ab. Das Bißchen, das wir nicht geben, könnte genau das Zünglein an der Waage sein, von dem abhängt, ob ein Süchtiger stirbt oder überlebt. Dieser Süchtige könntest Du sein.“

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Leserforum

Möchte über die Geschichte von NA lesen

Ich schaute mir den Prototyp des neuen NA Way an und ich glaube, es wird sich gut machen. Ich ging zu meinem lokalen Conference Agenda Report-Workshop, und als die Vorschläge für das neue NA Way diskutiert wurden, fragte der Vorsitzende, wie viele Leute das Magazin abonniert hätten. Es tut mir leid, daß ich sagen muß, nur vier von neununddreißig Leuten waren Abonnenten. Ich werde das kunstvoll gestaltete Titelblatt vermissen. Ich hoffe, ihr werdet weiterhin die künstlerische Arbeit von Süchtigen irgendwo in der neuen Auflage verwenden.

Ich würde wirklich gerne mehr über die Geschichte unserer Gemeinschaft lesen. Ich habe einige Materialien aus unbekannter Quelle, aber ich würde wirklich gerne etwas haben, das als authentischer Teil unserer Geschichte bestätigt werden kann.

Mike H., Illinois

Änderung geht mit Wachstum einher

Ich muß die Leute in NA loben, daß sie dieses neue Magazin machen und es Lesern, wie auch ich einer bin, anbieten. Ich bin interessiere mich für Dienst und natürlich lese ich die Anträge im CAR und anfangs erregten sie meine Besorgnis. Mein erster Gedanke war: „Kein NA Way mehr!“ Aber ich verstehe, welchen Problemen Ihr gegenübersteht. Und tatsächlich kamen die Veränderungen, wie sie kommen sollten.

Eines der Geschenke, die ich dadurch erhalten habe, daß ich das Programm in meinem Leben anwende, ist die Fähigkeit zur Offenheit. Ich kann die Dinge von anderen Blickwinkeln aus sehen, nicht nur von meinem eigenen. Ich weiß, wir müssen den Gesamtnutzen in Betracht ziehen. Änderung geht mit Wachstum einher. Ich werde mich für Narcotics Anonymous einsetzen und ich empfinde Dankbarkeit für die Segnungen, die NA mir gebracht hat.

Thomas F., Maryland
Das NA Way Magazin begrüßt Briefe von allen Lesern. Leserbriefe können sich auf jeden Artikel beziehen, der im NA Way erschienen ist. Sie können aber auch ganz einfach eine Stellungnahme zu einem Thema sein, das für die NA-Gemeinschaft von Interesse ist. Die Briefe sollten nicht mehr als 250 Wörter haben und wir behalten uns das Recht vor, sie zu redigieren. Alle Briefe müssen eine Unterschrift, eine gültige Adresse und Telefonnummer aufweisen. Der Vorname und der Anfangsbuchstabe des Nachnamens werden in der Unterschriftszeile abgedruckt, außer der Verfasser oder die Verfasserin möchte seine/ihre Anonymität wahren.

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Ein neuer Tag bricht an für das NA Way

von Stu T., Ron S. und Rogen A.

Der Redaktionsausschuß des NA Way

Das neue NA Way ist mehr als nur ein Neuaufguß des alten Magazins. Wieso?

Zuerst einmal wird das neu NA Way ein mehrsprachiges Magazin sein. Außer in Englisch, werden wir es auch in Französisch, Deutsch, Portugiesisch und Spanisch drucken. Allein diese Tatsache spricht Bände, was unser Wachstum als Gemeinschaft anbelangt. Vorher waren diejenigen NA-Mitglieder, die in Gemeinschaften lebten, in denen diese Sprachen Landessprache waren, auf das Teilen in lokalen Meetings, auf übersetzte NA-Literatur (eine ziemlich neue Entwicklung in den meisten Gegenden) und - manchmal - auf lokal produzierte NA-Zeitungen in der Landessprache der entsprechenden Gemeinschaft, angewiesen. Diese Dinge sind sicherlich wundervoll und sie sind für einen Süchtigen oder eine Süchtige ein Mittel, um Genesung zu finden, aber die NA-Gemeinschaft als Ganze braucht ein weltweites Band, das ihr zeigt, daß sie Teil einer Sache ist, die nationale Grenzen, Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede überwindet. Das sind auch gute Nachrichten für diejenigen, die selbst Artikel schreiben möchten. Wenn Euere Sprache Englisch ist, dann macht es einfach so, wie bisher: Reicht einen Artikel zur Veröffentlichung ein. Wenn er genehmigt wird, dann wird Euer Beitrag in fünf Sprachen gedruckt und an etwa 26.000 Adressen gehen. Wie hört es sich an, die Botschaft auf diese Weise weiterzutragen?!

Aber was ist, wenn Du Französisch, Deutsch, Portugiesisch oder Spanisch sprichst? Dann wirst Du das erste Mal einen Artikel über Genesung in Deiner Muttersprache schreiben und ihr zur Veröffentlichung einreichen können. Wenn er beim Weltdienstbüro eingeht, übersetzen wir ihn ins Englische (für unseren Redaktionsausschuß). Wenn er für die Veröffentlichung genehmigt wird, dann wird er in Deiner Originalsprache in der entsprechenden Ausgabe des NA Way erscheinen und für all die anderen Ausgaben des NA Way zur Veröffentlichung übersetzt.

Mehr als nur Geschäfte

Noch etwas wird beim neuen NA Way anders sein: es wird auch dienstbezogene Berichte bringen. Zusätzlich zu all den Weltdienstinformationen, die zuvor regelmäßig in der WSO Newsline, dem Conference Digest, den PI News und den H&I News veröffentlicht wurden, wird es -so hoffen wir - eine Fülle von lokalen Erfahrungen geben. Wir werden uns aktiv darum bemühen, NA-Gemeinschaften auszusuchen, die in ihrem Service etwas getan haben, was anderen NA-Gemeinschaften von Nutzen sein kann; eine besonders originelle PI-Aktion vielleicht, oder eine erfolgreiche Lösung für den üblichen Engpaß bei betrauten Dienern auf Gebietsebene etc. Wir hoffen auch auf Beiträge mit Euerer Meinung. Wir wollen wirklich eine Vielzahl von Meinungen und Erfahrungen repräsentieren, die innerhalb unserer Gemeinschaft existieren, und wir werden nicht zögern, einen Beitrag zu drucken, der eine Herausforderung für die traditionellen Ansichten darstellt.

Die Berichte von den Weltdiensten werden das Durchschnittsmitglied erreichen, das nur allgemein wissen will, was in unserer Gemeinschaft geschieht. Was ist der Status des WSO? Was gibt es an neuer Literatur und /oder welche neuen Übersetzungen sind in Arbeit? Wie funktionieren internationale PI- und K&E-Projekte, die das Wachstum und den Ruf von NA fördern sollen, und wie hilft das den Süchtigen, die noch leiden? Wo und wann findet das nächste Welttreffen statt? Und vieles mehr.

Die betrauten Diener und Mitarbeiter auf Weltebene freuen sich über die Kommunikationsmöglichkeiten, die sich durch das neue NA Way eröffnen. Wir waren jahrelang frustriert über unser Unvermögen, direkt mit den Gruppen zu kommunizieren. Jedesmal, wenn uns ein Mitglied sagte, daß wir nicht direkt mit den Gruppen kommunizieren oder daß wir nicht umfassend genug kommunizieren, oder nicht in der richtigen Sprache, waren wir erneut frustriert und verdoppelten unsere Anstrengungen. Die Publikationen, die wir in der Vergangenheit herausgegeben haben, hatten entweder eine so begrenzte Mailingliste, daß sie nicht bis in die Gruppen gelangt sind, oder, wie im Fall der Newsline, die darin enthaltenen Informationen wurden nicht immer als wichtig erachtet. Das neue NA Way wird unsere Chance sein, Euch zu informieren, was bei den Weltdiensten geschieht, aber dabei verfolgen wir auch ein anderes, sehr wichtiges Ziel: wir wollen Euer Feedback. Wir sind absolut überzeugt, daß, wenn unsere Mitglieder darüber informiert werden, was weltweit in NA vor sich geht, Ihr uns wissen laßt, wie Ihr über das denkt, was wir tun. Je mehr wir darüber wissen, was unsere Gemeinschaft braucht, desto besser können wir Dienste entwickeln, die diese Bedürfnisse befriedigen.

Was bleibt gleich?

Das neue NA Way wird weiterhin das bringen, die unsere Gemeinschaft ausdrücklich behalten wollte: den Convention- und Veranstaltungskalender, den Cartoon „die Stammgruppe“, und die Möglichkeit, daß jedes Mitglied einen Artikel einschicken kann, der die Chance hat, veröffentlicht zu werden.

Wie viel wird es kosten?

Einer der größten Pluspunkte des neuen NA Way ist sein Preis: absolut kostenlos! Ihr braucht nur an das WSO zu schreiben oder anzurufen und es bestellen. Da aber die Verteilerliste wahrscheinlich sehr viel umfangreicher wird, als wir bewältigen können, werden wir die Abonnenten des neuen NA Way bitten, noch einmal zu bestätigen, daß sie das Magazin regelmäßig beziehen wollen. Das soll uns außerdem dabei helfen, unsere Unterlagen über unsere Gruppen, Mitglieder und Dienstkomitees auf dem neuesten Stand zu halten.

Natürlich ist das neue NA Way mit Kosten verbunden - faktisch belaufen sie sich auf ungefähr $85.000 im Jahr. Das WSO hat solche Ausgaben immer abgedeckt, damit es seinen Auftrag erfüllen kann, Dienste bereitzustellen, die das Wachstum und die Entwicklung von Narcotics Anonymous fördern. NA hat jedoch als Gemeinschaft einen Punkt in seiner Organisationsentwicklung erreicht, an dem wir anfangen müssen, unsere Zukunft zu diskutieren - was wir tun wollen und wie wir dafür zahlen sollen. Wenn Ihr mehr über diesen Punkt wissen wollt, lest bitte den Bericht auf Seite 1.

Das NA Way Magazin gehört Euch, den Mitgliedern von NA. Wir möchten Euch dazu ermuntern, es zu lesen und Artikel dafür zu schreiben. Die „Gebrauchsanweisung“ erklärt Euch, wie Ihr eine Geschichte einreichen könnt. Wir werden unseren Briefkasten im Auge behalten.

The NA Way Magazine
PO Box 9999 Van Nuys, CA 91409, USA
Tel: (818) 773-9999
Fax: (818) 700-0700


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Bedingungslose Kapitulation

Wie die Geschichte vieler Süchtiger, so ist auch meine eine Kriegsgeschichte, in der die vielen Schlachten, die ich ausgefochten hatte, alle zu einer einzigen undefinierbaren Masse verschmolzen, die ich heute ganz einfach „meine aktive Sucht“ nenne. Wenn ich anfange zu erzählen, dann neige ich dazu, Euch damit beeindrucken zu wollen, wie hart ich war, welche Drogen ich genommen habe und wie gerissen ich war, aber das möchte ich jetzt nicht mehr tun. Es erübrigt sich zu sagen, daß ich, was Drogen anbelangt, alles genommen habe, was ich kriegen konnte und das durch jede Öffnung, wo es ging. Wenn ich kein geeignetes Loch für eine Droge hatte, dann machte ich mir eines. Ich tat alles nur Mögliche, damit ich mir alles reintun konnte, was mir noch einen Tag Überleben in einer Welt versprach, die ich nicht verstand, und die ich trotzdem kontrollieren wollte. Ich war hart, verschlagen, vielleicht auch hart im Nehmen. Meistens aber war ich verloren, verwirrt und einsam.

Heute weiß ich eines - der Erste Schritt machte mich nicht clean und er hält mich nicht clean. Ich hatte den Ersten Schritt geschluckt, und zwar in den ersten drei Jahren meines Drogennehmens. Ich wußte, ich war süchtig, machtlos, mein Leben war ein Chaos und ich wußte, es würde ein Chaos bleiben. Es war ganz einfach die Art zu leben, die man von Leuten, wie mir, erwartete. Ich lebte so und wußte, es würde sich nie ändern. Einmal süchtig, immer süchtig. Ich weiß, Ihr, die das hier lest, kennt dieses Gefühl.

Wie so viele Süchtige, lernte ich Gefängnisse und Institutionen kennen und ich war dem Tod nahe. Viele Male wurde ich von wohlmeinenden Professionellen von einer Überdosis zurückgeholt, bloß damit ich sie verfluchen konnte, weil sie mein Hinüberdämmern gestört hatten. Viele Male glaubte ich, der Tod wäre eine gute Alternative zu der Erniedrigung, den Messern, den Schußwaffen, den Vergewaltigungen und den Prügeln, zu der Panik, dem Blut, den Torturen, den Leichen, dem Terror, der Paranoia, dem Gerade-noch-Davonkommen, es anderen Leuten recht zu machen, zu dem eingefrorenen, nichtssagendem Lächeln, den toten Augen, dem Taumeln durch leere Straßen, zu den so vertrauten einsamen Gehsteigen, dem Schlafen in verpißten Eingängen, ein endloser Tag nach dem anderen, in vielen verschiedenen Städten - aber der Tod kam nie und alles ging nur weiter.

Ich wurde nicht clean, weil das etwas war, was ich wollte. Der bloße Gedanke daran versetzte mich in solche Angst, wie niemals etwas zuvor. Ich schaute Leuten zu, wie sie Tomaten in einem Lebensmittelgeschäft befühlten und fragte mich, wie sie es machten, wie sie so einen Zirkus um Tomaten machen konnten, wenn wir doch sowieso alle sterben mußten. Wie konnte jemand bei Rot an einer Ampel stehen, in der Nase bohren und glauben, daß es von Belang war, wohin er ging und was es tat? Kannte er denn nicht die Wahrheit? Ich wußte, ich war nicht so wie sie und ich wußte, ich konnte nicht so leben. Ich konnte nicht in Worte fassen, was ich fühlte, aber egal, was es war, es schmerzte ungeheuerlich und ich wußte, daß alle anderen auf der Welt ebenfalls Drogen nehmen würden, wenn sie wüßten, was ich wußte.

Ich stand einmal am Rand einer Klippe und hielt meine Tochter, die drei war, in meinen Armen. Ich überlegte mir, ob ich sie fallen lassen, sie in den Felsen da unten zerschmettern lassen und es so für sie beendigen sollte. Ich glaubte, das wäre besser, als sie aufwachsen zu lassen, nur um die Wahrheit zu erkennen, wie ich sie kannte. Ich wollte nicht, daß sie den Schmerz fühlte, den ich fühlte, daß sie das durchmachen mußte, was ich durchmachen mußte. Ich glaubte damals, es wäre ein Akt der Liebe, für sie dem Ganzen ein Ende zu setzten, solange sie noch ahnungslos und unschuldig war. Ich trat zurück und setzte sie wieder in den Wagen, kalter Schweiß brach mir aus.

Bis 1979 war ich dann im Methadonprogramm gewesen, war überall herumgekommen, war geschieden, hatte mein Zuhause verloren, mehre Räumungsklagen gehabt, meine Kinder weggegeben, und nicht einen Funken Selbstachtung oder irgend etwas anderes, wonach die meisten Leute ihr ganzes Leben lang streben. Alles, was ich hatte, waren meine Drogen und das einsame, leere Leben, das mit ihnen einhergeht. Anfang 1983 heiratete ich meinen Drogenfreund. Kurze Zeit später verlor ich beinahe meinen Fuß, als ich versuchte, ein Loch zu machen, durch die ich Drogen in meinen Körper kriegen konnte. Ich lief an Krücken und schlief zweiundzwanzig Stunden am Tag. Mein Mann klaute meine Schmerztabletten und ich hatte körperliche, seelische und geistige Schmerzen. Ich war Zeugin eines Mordes durch Überdosis geworden und hatte erzählt, was ich gesehen hatte. Freunde des Dealers, der das getan hatte, standen dauernd vor meiner Tür. Ich machte nicht auf und sie schlugen so heftig gegen die Tür, daß ich Angst hatte, sie würden die Tür aufbrechen und mich drinnen finden. Ich lebte im Gefängnis. Ich hatte Paranoia, Wahnvorstellungen und Selbstmordgedanken.

Genau zu dem Zeitpunkt nahm mich ein alter Drogenfreund mit zu meinem ersten NA-Meeting. Als ich durch die Tür stolperte, wart Ihr da und habt mich Willkommen geheißen, als ob ich jemand wäre, der zählt. Ich war zu. Ich döste weg und faselte Unsinn. Ich weiß nicht mehr viel, außer, daß Ihr mich nicht hinausgeworfen habt, so wie jeder es getan hätte, wenn ich mich daneben benahm und unmögliches Zeug laberte. Ihr habt mich sogar einfach noch fester umarmt und gesagt, komm’ wieder.

Ein Verwandter schlug mir und meinem Mann vor, in Behandlung zu gehen. Natürlich hatten wir unsere Bedingungen: wir wollen ein Zimmer zusammen haben, es muß Fernsehen und ein Schwimmbecken geben und es muß in einem anderen Bundesstaat sein. Er ging in eine Behandlungsstätte, ich in eine andere. Meine war eine psychiatrische Einrichtung, noch eine von den vielen, in denen ich in meinem Leben schon gewesen war. Er ging vorzeitig und blieb clean. Ich ging vorzeitig und nahm wieder auf dem Flugzeug nach Hause.

Wir verkauften unsere Möbel und zogen zu seinen Eltern. Ich ging wieder und wieder in Behandlung. Ich war in betreuten Wohngemeinschaften und Nachsorgeeinrichtungen. Ich nahm weiter Drogen. Ich fuhr auch fort zu nehmen, als ich endlich den Mut aufbrachte, in Meetings zu gehen. Obwohl Ihr mich immer wieder Willkommen geheißen habe, fühlte ich mich auf schmerzhafte Weise deplaziert, weil ich wußte, daß ich nie länger clean bleiben konnte. Schließlich war ich eine Süchtige und Süchtige ändern sich niemals. Trotzdem schaffte ich es - meistens mit unheimlicher Anstrengung - 30, 60, 90, 30, 30 Tage lang clean zu bleiben, und so weiter. Jeder Rückfall hat seine eigene Geschichte. Einmal war es ein Medizinschrank, dann ein Quacksalber, ein anderes Mal eine Flasche Hustensaft und dann eine Flasche Wein. Trotz der immer schwärzer werdenden Versagenslöcher, in die ich jedesmal tiefer hineinfiel, kam ich immer wieder an die Tische zurück. Ich hatte sonst nichts wohin ich hätte gehen können.

Eines Tages, nachdem Ihr mir geholfen hattet, sechs Monate lang clean zu bleiben - länger als je zuvor - fand ich mich auf dem Parkplatz vor einem Drugstore wieder, mit einer Flasche Codeinsirup in der Hand. Mit einer leichten Bewegung, die ich über die Jahre perfektioniert hatte, hob ich die Flasche an meine Lippen und leerte sie. Aber dieses Mal blieb der Inhalt nicht unten, so wie sonst immer. Ich erbrach mich. Ich wollte mich mit jeder Faser meines Körpers zumachen, und nun war die Droge auf meinen Schuhen verkleckert. Ich hatte keine Venen mehr und jetzt konnte ich nicht einmal mehr Drogen im Magen behalten. Da wußte ich, daß ich nicht nur eine Versagerin in der Genesung war, sondern auch beim Drogennehmen. Ich weinte, als ich über das Schicksal nachdachte, das mir beschert war: eine Vorhölle, ein Fegefeuer, eine Zwischenwelt zwischen aktiver Sucht und Genesung. Ich saß auf dem Parkplatz, starrte durch meine Tränen auf die Sauerei auf meinen Schuhen und wußte, daß die Drogen ihre Macht verloren hatten, mir beim Überleben zu helfen. Ich wußte, daß ohne Drogen, die den Schmerz betäubten, mein Leben eine einsame Existenz im Vakuum, ein sinnloses Sichbewegen durch Zeit und Raum sein würde - und ich wußte, daß ich nicht so leben konnte. Ich glaubte, daß mir nur eines übrig blieb: meinen Wagen gegen einen Masten zu fahren und dem Ganzen ein Ende zu setzen.

Es gab da aber noch etwas anderes an diesem Tag, etwas, das unablässig in mir nagte, etwas, das ich nicht abschütteln konnte. Ich war zu Meetings gegangen - mit viel Mißtrauen, Skepsis und Zweifeln, aber ich hatte zugehört. Ich fand, daß jeder von Euch seine eigene Wahrheit hatte und daß sie sich nicht viel von der meinen unterschied; daß jeder von Euch seinen eigenen Schmerz hatte und daß wir auch das teilten. Das waren Dinge, von denen ich dachte, daß sie niemand verstehen konnte und trotzdem glaubte ich nun irgendwie, daß Ihr es vielleicht könntet. Vielleicht wußtet Ihr, wie es war, so zu leben, wie ich gelebt hatte, vielleicht wart Ihr auch dort gewesen. Zum ersten Mal in meinem Leben, als ich mitten in diesem Schmerz war, den Drogen nicht betäuben konnten, dachte ich, daß vielleicht, nur vielleicht, die Hoffnung bei Euch lag.

So war es dort, auf diesem Parkplatz, wo ich mich schließlich über meinen langen Ersten Schritt hinaus bewegte, den Kampf aufgab und mit Körper und Seele kapitulierte. Ich kam wirklich zu dem Glauben, daß nur eine Macht, größer als ich selbst, meine geistige Gesundheit wieder herstellen konnte. Ich traf bewußt die Entscheidung, meinen Willen und mein Leben dieser Macht anzuvertrauen, und als ich das tat, glomm langsam ein Funke der Hoffnung in dieser dunklen, leeren Höhle auf, die in mir war. Ich fuhr mein Auto an diesem Tag nicht gegen einen Masten. Statt dessen ging ich wieder durch die Türen von NA, aber dieses Mal überantwortete ich mich vollständig Gott, Euch und den spirituellen Prinzipien des NA-Programms. Der folgende Tag war der 4. Mai 1984.

Heute bin ich dreizehn Jahre clean. Ich danke Euch.

Maimu A., Ohio

Die Weltdienstkonferenz aus der Sicht eines Mitglieds

Ich sitze gerade hier und versuche, meinen Bericht an die Region, über das, was auf der Weltdienstkonferenz geschah, zu formulieren. Ich bin sicher, ich werde einen geschäftsmäßigen Bericht verfassen, aber jetzt ist alles, woran ich denken kann, die bewegenderen Momente der Konferenz. Vielleicht liegt es daran, daß ich dieses Jahr zum ersten Mal als Teilnehmer dabei war, wieso ich diesen Klumpen im Hals hatte, der einem die Lippen zittern läßt, und mehr als einmal dieses Gefühl aufkommen läßt: „Ich werde in der Öffentlichkeit weinen“ - aber irgendwie glaube ich nicht. Ich war nicht der einzige, der gerührt war, als der Repräsentant der Philippinen an die Konferenz appellierte, auf den richtigen Weg zurückzukehren, oder als Anthony E., einer der WSO Executive Co-Directors, auf dem Podium stand und mit den Tränen über Debbie G. kämpfte, einer Stabsmitarbeiterin, die im Laufe des Jahres auf der Arbeit gestorben war. Ich war nicht der einzige, der von Freude überflutet wurde, als ein Neuankömmling mit 14 Tagen Cleanzeit fragte: „Wie kann ich Mitglied werden?“ und die ganze Konferenz aufstand, klatschte und ihm sagte, du bist es bereits. Ich war nicht der einzige, der mit den Tränen kämpfte, als die Repräsentantin aus Japan ihren gedolmetschten Beitrag beendet hatte und dann zum Mikrofon zurückkehrte und auf Englisch sagte: „I can’t, we can“.

Es ist mehr, was eine Weltdienstkonferenz ausmacht, als das, was man später in den parlamentarischen Verfahren sieht und in den Anträgen, die in den Konferenzprotokollen stehen. Vielleicht werden einige die Konferenz danach beurteilen, was wir genehmigt oder abgelehnt haben, ich aber werde die Konferenz auf sehr persönliche Weise beurteilen: nach diesen Ereignissen und den Leuten, die daran beteiligt waren, daß sie stattfanden. Diese Dinge werden mein Leben noch lange, nachdem der letzte Antrag verabschiedet wurde, berühren.

Nick G, Massachusetts

Ein wundervolles Geschenk

Hallo, meine Freunde überall auf der Welt!

Meine Geschichte ist genauso, wie von allen anderen. Ich nahm und benutzte Drogen über Jahre hinweg und heute bin ich clean, weil Ihr mich gelehrt habt, nach der NA-Weise zu leben. Ich lerne immer noch und ich will am Leben teilnehmen.

Ich habe einen Sohn, der drei Jahre alt ist, und ich bin ihm ein hervorragender Vater. Ich kann ihm all die Liebe geben, die ich als Kind nicht bekommen habe. Die ersten Tage meiner Genesung waren eine sehr verwirrende Zeit. Ich konnte nicht mit den Gefühlen umgehen, die ich hatte, und wußte nicht, was ich mit meinem Sohn anfangen sollte. Ich hatte so viele Schuldgefühle, daß ich mich nicht um ihn kümmerte. Mein Sponsor (Gott segne ihn) sagte mir, wenn ich keine Verantwortung für mich selbst und für meine Genesung übernehme, dann würde ich auch keine Verantwortung für irgendeine andere Person übernehmen können. Ich lebe nicht mit der Mutter meines Sohnes zusammen, aber wir haben eine sehr schöne Beziehung zueinander. Wir benutzen unser Kind nicht als Waffe, um uns gegenseitig zu verletzen, und wir wissen beide sehr gut, daß wir diese Fähigkeit der Genesung verdanken.

Ich bin noch nicht sehr lange clean. Bald werde ich meinen dreijährigen Geburtstag feiern. Das ist eine lange Zeit für mich. NA feierte gerade seinen zehnjährigen Geburtstag in Schweden und ich war mit allen meinen Freunden in Genesung dort. Ist das nicht ein wunderbares Geschenk!

Bei dem Meeting gestern Abend hatte ich eine wundervolles Gefühl der Dankbarkeit dafür, daß ich genug geistige Gesundheit wiederbekommen hatte, um aus meinen Fehlern zu lernen. Gestern, vor dem Meeting, ging ich durch meine alte Nachbarschaft und traf einen alten Freund. Er fragte mich, ob ich jemanden kenne, der was hat. Vielleicht hätte ich ihn zum NA-Meeting mitnehmen sollen, aber ich tat es nicht.

Heute will ich meine Wohnung sauber machen und heute abend wird mein Sohn zu mir nach Hause kommen. Ich werde dafür sorgen können, daß wir beide baden, daß ich mich rasiere und daß wir alle beide Schlafanzüge anziehen. Und ich werde, ach so gut, schlafen. Ich wette, keine Droge kann dieses Gefühl ersetzen.

Ich werde weiterhin mit Euch in NA genesen, einen Tag nach dem anderen. Danke, daß Ihr mir geholfen habt, ein wunderbares Leben zu leben.

Anders S, Sweden

Mit dem Ausatmen nicht warten

Ich bin heute clean. An manchen Tagen ist es nicht leicht, es zu bleiben - nicht, weil ich high werden und eine gute Zeit haben will; eher, weil ich sterben oder mich für ein paar Stunden betäuben will.

Ich war neun Jahre am Stück clean, bis zu jener einsamen Nacht in Isolation, in der ich dem Wunsch erlag, mich selbst zu zerstören und eine Schachtel Tranquilizer nahm, die jemand anderem verschrieben worden waren. Jetzt bin ich achtzehn Monate clean. Und im Gegensatz zum ersten Mal, als ich clean wurde, hatte ich keinen Entzug, sondern schämte mich statt dessen. Und ebenso im Gegensatz zum ersten Mal, wird der Wunsch, einfach zu sterben, keinem Tag weniger.

Nun, das ist nichts Neues in meinem Leben. Eigentlich war das seit meiner frühen Kindheit bis Anfang 1987 die einzige beständige Norm in meinem Leben. Alles andere konnte sich verändern; meine Partner, meine Sexualität, meine Drogen, meine Adresse, mein Akzent, mein Name, meine Freunde; aber das war beständig. Die ganze Zeit hindurch, wollte ich mindestens jeden Tag einmal (und häufiger noch den ganzen Tag lang) einfach sterben.

Ich lernte so viel über mich selbst in diesen ersten neun Jahren - zuerst, daß ich rundum süchtig war und daß ich Koffein und Zucker genauso leicht als stimmungsverändernde Substanzen benutzen konnte, wie ich Drogen genommen hatte, und so mußte ich diese weglassen.

Dann bemerkte ich, (na ja, eigentlich bemerkten es mein Sponsor und meine Höhere Macht zuerst, und machten mich dann darauf aufmerksam), daß ich zwanghaft Service machte, das heißt, in vier Stammgruppen hatte ich ein dienendes Amt; Gebietsservice-Verpflichtungen, zwei Unterkomitees, Telefondienst, sieben Sponsees etc. Also mußte ich abschwören (na ja - allem, außer dem Telefondienst und den Sponsees), bis ich lernte mäßig zu sein. Aber trotzdem glaube ich, daß die Leute, die gut im Programm sind, diejenigen sind, welche in den ersten zwei Cleanjahren irgendeinen Dienst übernehmen. Das hilft einfach, ein Gefühl der Zugehörigkeit zu entwickeln. Ich habe es nur etwas übertrieben.

Meine Tochter sah mich seltener, als damals, als ich Drogen nahm. Und mein Partner - nun ja, der könnte recht gut der Grund dafür gewesen sein, warum ich so viel Service machte. Auf diese Weise mußte ich nicht hinsehen, wie verkorkst unsere Beziehung war. So begann ich langsam zu sehen, daß meine Methoden, mit anderen Menschen umzugehen für keinen gut funktionierten, am wenigsten für mich selbst.

Einige Leute in NA glauben, das Wort Co-Abhängigkeit sei ein schmutziges Wort. Ich nicht. So, wie ich es sehe, ist es nur ein weiterer Charakterfehler, an dem man hart arbeiten muß, für den man beten muß und - hoffentlich - endlich lernen kann, ohne ihn zu leben.

Irgendwie scheint es mehrere Schichten zu geben. Immer dann, wenn ich denke, ich habe es begriffen, dann kommt es irgendwo anders wieder hoch, mit Wurzeln, die tiefer in meiner Psyche verankert sind, als ich meine Psyche für tief hielt! Ich habe andere über dieselbe Art von Problemen bei einigen ihrer Charakterfehlern teilen hören, also weiß ich, daß ich damit nicht alleine dastehe. Ich quäle mich einfach ständig damit herum. Immer nur für einen Tag.

Nun gut, nach fünf Jahren, gerade, als ich glaubte, aus meinem Leben würde jetzt endlich etwas werden (ich hatte diese Beziehung beendet, beschränkte meinen Dienst auf ein einziges Amt, ich arbeitete ganztags, lernte abends), da beschloß meine Höhere Macht, daß ich reif für einen weiteren Genickschlag war.

Ich bekam Gefühle, Emotionen und Erinnerungen, wie ich sie nie zuvor gehabt hatte. Ich fand heraus, daß es einen sehr triftigen Grund gab, warum sich immer herausstellte, daß alle meine engsten Freunde in NA Inzestüberlebende waren. Wirklich, ganz klar, sie waren meine Art von Leuten, und zwar buchstäblich. Ich war selbst eine.

Na ja, ich ignorierte es eine Zeit lang. „Ich mache nur dieses Semester zu Ende, dann werde ich da hinschauen“, oder „Ich will nur erst meine Noten verbessern, damit ich auf die Universität gehen kann“, oder „Ich will nur zuerst von den Nikotinpflastern herunterkommen“. Aber Ihr wißt, wie diese Dinge sind, wenn man sie ignoriert; sie schleichen sich einfach in jeden Bereich deines Lebens ein!

Dann starb eine meiner besten Freundinnen an dieser Krankheit. Und bei ihrer Geschichte kann man wirklich schwer sagen, ob es ein Unfall oder Selbstmord war. Sie war einmal sechs Jahre clean. Sie ging zur Therapie und begann mit dieser neuen Reise zum Selbst. Und es wurde schlimmer.

Wie konnte ich das in den Griff kriegen? Wovon bin ich abstinent, nur für heute? Bei welchem Charakterfehler soll ich bitten, daß er von mir genommen wird? Meine Kindheit? Wie verhalte ich mich bei Familientreffen meinem Täter gegenüber, wenn ich voller Horror bin und mir schlecht ist? Wie gehe ich mit der Scham um?

Ich verließ die Universität (es half nicht) und begann eine Beziehung mit einer Frau, die ich anbete (sehr erfüllend, aber die Scham und der Terror waren immer noch da). Ich hörte auf zu arbeiten. Ich zog um. Ich hörte auf Service zu machen. Ich fing wieder mit dem Rauchen an und schließlich, im Dunkel der Nacht, nahm ich wieder, weil ich immer noch sterben wollte.

Seitdem bin ich wieder umgezogen, Ich habe keinen Kontakt mehr mit meiner Familie. Meine Partnerin unterstützt mich so sehr sie kann, aber ich habe immer noch regelmäßig Selbstmordgedanken. Irgendwie muß ich einen Weg finden, wie ich die Schritte bei diesem Problem anwenden kann. Oh, es gibt Therapie und Gruppen, und ich gehe hin, aber das einzige, was mir in meinem Leben wirklich geholfen hat, sind die Zwölf Schritte von Narcotics Anonymous.

Also schaue ich zurück und rekapituliere: Was habe ich 1987 getan, was ich 1995 nicht getan habe und was ich 1996 immer noch nicht getan habe? Und ich bekomme die Antwort.

Als ich 1987 drei Monate clean war, fing ich an, den Vierten Schritt zu schreiben. Ich habe es getan, weil ich Fragen gestellt habe, wie „Woher weiß ich, daß ich für den Vierten Schritt bereit bin?“ und „Woher weiß ich, wann ich den Dritten Schritt wirklich gemacht habe?“ Und dieser Oldtimer nahm mich nach einem Meeting beiseite und sagte: „Ich wußte, daß ich den Dritten wirklich arbeitete, als ich meinen Vierten anfing, weil es sonnenklar war, daß es nicht mein Wille war, eine furchtlose und gründliche moralische Inventur zu machen. Mach’ es einfach“, sagte er, „Du brauchst mit dem Ausatmen nicht zu warten.“

O Gott, ich weine; das muß es sein. Ich werde eine Inventur schreiben müssen und alles hineinschreiben, was mit mir passiert ist, was ich damit gemacht habe und wie es mein Leben immer noch zerstört. Die ganze Vorstellung erfüllt mich mit Horror. Das ist der wahre Grund, warum ich es bis jetzt noch nicht getan habe. Ich bekam alle Zeichen, die ich wahrscheinlich kriegen kann. Ich brauche Führung und Hilfe und Unterstützung dabei. Meine Stammgruppe weiß nicht, was auf sie zukommt, aber ich habe meine Antwort. So, wie es oft passiert, habe ich meine Antwort dadurch gefunden, daß ich meine Geschichte und meinen Schmerz teilte. Es ist an der Zeit, meinen Stift aufzunehmen (gewaltiger noch als ein Schwert) und weiterzukämpfen. Ich hoffe, meine Worte helfen jemand anderem so sehr, wie es mir geholfen hat, es zu teilen. Danke, daß ich teilen durfte.

Ros R, Australia

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Service

Änderungen für Dienst auf lokaler 
Ebene stehen bevor

von Mary C-V., 2. Stellvertretende Vorsitzende
Weltdienstkonferenz
Nach fünfzehn Jahren aktivem Dienst mit einer „vorläufigen“ Struktur, hat die NA-Gemeinschaft nun eine ständige Struktur - zumindest für ihre lokalen Dienste. Auf der Weltdienstkonferenz, im April 1997, gaben die Konferenzteilnehmer ihre Zustimmung zum Guide to Local Services in Narcotics Anonymous.

Was geschah mit dem Temporary Working Guide to our Service Structure? Mit der Annahme des GTLS strich die Konferenz auch die Abschnitte über lokale Dienste aus dem TWGSS und nannte diesen Leitfaden Temporary Guide to our World Service Structure. Die Anpassung der Weltdienststruktur soll in den nächsten Jahren beschlossen und implementiert werden und der vorläufige Leitfaden für unsere Weltdienste wird dann höchstwahrscheinlich durch eine Beschreibung der möglichen Struktur ersetzt werden. Die Konferenz ersetzte auch den Inhalt des Gruppenbüchleins mit dem Kapitel „Die NA Gruppe“, das im GTLS abgedruckt ist.

Der GTLS ist der erste konferenzgenehmigte Leitfaden für lokale Dienste in Buchlänge. Die Annahme dieses neuen Handbuchs stellt eine bedeutsame Veränderung für die meisten unserer Mitglieder dar. Es ist das umfassendste Schriftstück über lokale Dienste, das NA jemals hatte, und es enthält einen vollständig neuen Satz von Begriffen und Titeln, an den sich jeder erst gewöhnen muß.

Die Namen und Funktionen einiger dienenden Ämter haben sich geändert. Die Rollen und Zuständigkeiten zwischen den und innerhalb der Dienstebenen werden detaillierter beschrieben und in einigen Fällen haben sie sich radikal geändert. Es gibt sogar eine anerkannte Struktur für metropolitane Dienste (Dienste in Metropolen/Großstädten) zwischen zwei oder mehr Gebieten. Das ist ein völlig neuer Gedanke für die meisten Gebiete, obwohl er, wie jeder Vorschlag im GTLS, aufgrund von Bedürfnissen und oft auch aus der praktischen Erfahrung von lokalen NA-Gemeinschaften entstanden ist. Einige der Ideen in unserem neuen Diensthandbuch mögen einen sehr seltsam Eindruck hinterlassen; andere mögen vielleicht das sein, was Euer Gebiet und Euere Region bereits tut.

Wenn nun schon die Rede davon ist: heißt ein Gebiet immer noch Gebiet? Eine Region immer noch Region?

Ja, die Bezeichnungen, die sich in der NA-Gemeinschaft am meisten eingebürgert haben - Gruppe, Gebiet, Region und Welt - bleiben unverändert und es bleibt bei der alten Hierarchie: Den Gruppen obliegt die letzte Verantwortung und Entscheidungsbefugnis über die übrige Dienststruktur.

Aber viele andere Begriffe wurden geändert, damit sie die Veränderung der Rolle und Zuständigkeit einer Position reflektieren. Was vormals „Gebietsservicerepräsentant“ hieß, heißt jetzt „Regionales Komiteemitglied“. Während es früher „Regionale Servicerepräsentanten“ gab, gibt es nun „Regionale Delegierte“. Wofür es früher keine Bezeichnung gab, steht nun der Begriff „Metro“ (Metropole/Großstadt) und „Metrokomiteemitglieder“.

Vor allem legt der GTLS Wert auf die Funktion und nicht auf die Form. In anderen Worten, die Weltdienste haben erkannt, daß die Leute, die am besten über das Wie der Dienste entscheiden können, diejenigen sind, die diese Dienste auch übernehmen. Obwohl der Leitfaden für lokale Dienste bestimmte Dinge vorzeichnet, die in ganz NA konsistent sein müssen, so gestattet er aber doch ein großes Maß an Flexibilität, um bestimmte Funktionen an die Bedürfnisse einer jeden NA-Gemeinschaft anpassen zu können.

Wie in der Einleitung des GTLS steht: „Teile davon [des GTLS] mögen sich für Euch als unzutreffend erweisen, sei es aufgrund geographischer, nationaler oder provinzieller Gesetze, kultureller Unterschiede oder des Entwicklungsstadiums Euerer NA-Gemeinschaft. Sollte das der Fall sein, dann sollte Euere NA-Gemeinschaft nicht zögern, den Guide an Euere eigenen Bedürfnissen anzupassen, vorausgesetzt, diese Anpassungen stehen nicht im Widerspruch zu den Zwölf Schritten, Zwölf Traditionen und Zwölf Dienstkonzepten von NA.“

Wie jede einzelne NA-Gemeinschaft den GTLS letztendlich benutzt, wird in hohem Maße davon abhängig sein, wie vertraut ihre Mitglieder mit dem GTLS sind. Vielleicht haben einige mehrere Jahre Dienst gemacht und beobachten können, wie der ganze Umstrukturierungsprozeß der NA-Dienste sich entwickelte. Andere sind vielleicht völlig neu im Dienst und wissen gerade einmal, daß Gebietsservicerepräsentanten nun Regionale Komiteemitglieder heißen sollen, aber daß sie immer noch „zur Region“ gehen und mit Informationen zurückkehren. Der GTLS basiert ebenso auf den Zwölf Konzepten, wie auf den Zwölf Traditionen, also ist es ein guter Anfang, sich mit den Konzepten zu befassen, um etwas über den GTLS zu lernen.

Lokale NA-Gemeinschaften können Lerntage planen, auf denenen Arbeitskreise für die Zwölf Konzepte oder den GTLS selbst, stattfinden. Auf Gebietstreffen und Regionstreffen könnte man bei den regulären Meetings Zeit für Studien und Diskussionen der Konzepte und des GTLS einplanen.

Eine der besten Möglichkeiten, wie Dienstkomitees den Übergang zur Anwendung des GTLS gestalten können, ist erst einmal eine Überprüfung, wie gut sie den Hauptzweck von NA erfüllen. Das kann mit Hilfe der Gebietsinventur („Area Inventory“) geschehen, die im GTLS zu finden ist. Die Inventur kann auch zur Klärung der Dienstbedürfnisse und Dienstprioritäten dienen. Das ist wichtig, wenn überlegt wird, wie der GTLS in einer NA-Gemeinschaft eingeführt wird. Nach Durchführung der Inventur und der Diskussion einiger der Modelle, die im GTLS angeboten werden, kann es für Gebiete und Regionen hilfreich sein, sich mit angrenzenden Gebieten und Regionen zu treffen und Diskussionen über die Möglichkeit zu gemeinsamen Diensten oder auch nur einfach über die Perspektiven der lokalen Möglichkeiten zu führen. Diese Diskussionen können ein starkes Fundament für Ideen bilden, wie bei der Einführung des GTLS vorgegangen wird und wie man die Bedürfnisse der lokalen Gemeinschaft bei diesem Prozeß am besten erfüllen kann. Wenn eine Gemeinschaft weiß, in welche Richtung sie gehen soll, dann ist es viel leichter, den Kurs abzustecken, wie man zum Ziel gelangt.

Schließlich kommt dann der Zeitpunkt, wo man zur Tat schreiten muß. Alle Planungen, Diskussionen, Abwägungen und Überprüfungen der Welt nützen nichts, wenn darauf keine Taten folgen. Durch Praxis erwirbt man Erfahrung und durch das Teilen von Erfahrungen, erlangen wir das nötige Wissen, wie wir unsere Dienste verbessern und so die Botschaft besser zu den noch leidenden Süchtigen bringen können.

Das WSC Policy-Komitee hofft, daß die lokalen NA-Gemeinschaften von den oben angeführten Empfehlungen zur Implementierung des GTLS Gebrauch machen. Das Komitee wartet darauf, von Eueren Erfolgen und Kämpfen mit der Einführung des GTLS zu hören, so daß andere aus Euerer Erfahrung Nutzen ziehen können. Bitte schreibt an: WSC Policy c/o WSO.

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T-Shirts, Tassen und Kassettenhüllen

Verkaufslizenzen und Verbraucherrechte

Das WSO führte die Verkaufslizenzverträge ursprünglich zum Schutze des Eigentums der Gemeinschaft ein und um es den Mitgliedern gleichzeitig zu gestatten, die gewünschten Artikel zu kaufen, die das Warenzeichen der Gemeinschaft tragen. Ein „anerkannter Verkäufer“ ist ein Unternehmen oder eine Person, dem/der eine beschränkte Genehmigung erteilt wurde, NA-Warenzeichen auf bestimmten Produkten zu führen und das/die anerkannt hat, daß diese Warenzeichen nicht sein/ihr Eigentum sind. Das klärt die Eigentumsverhältnisse der NA-Warenzeichen gemäß der Beschreibung im Fellowship Intellectual Property Trust, worin festgelegt ist, daß das WSO diese Eigentumsrechte zu treuen Händen für die Gemeinschaft von NA verwaltet.

In den letzten vier Jahren gab es einen dramatischen Anstieg bei den Anfragen zu Verkaufslizenzen, die bearbeitet werden mußten. Ein Großteil der Anfragen kam aus der Gemeinschaft (NA-Gruppen, Gebiete und Regionen verlangten, daß Verkäufer erst einen Lizenzvertrag mit dem WSO abschlossen, bevor sie ihnen erlauben wollten, die Ware auf ihren Veranstaltungen und Conventions zu verkaufen).

Dieser Anstieg machte es dem WSO, aufgrund der erforderlichen Personalzeit und der Rechtsberatung, schwer, den Verwaltungsaufwand zu bewältigen, der durch die Bearbeitung der Verkaufslizenzanträge entstand. In der Folge beschloß das WSO Board of Directors, drei Änderungen an dem Verfahren für unser Verkaufslizenzabkommen vorzunehmen.

Erstens: die Erhebung einer nicht rückerstattungsfähigen jährlichen Verwaltungsgebühr von $50,00 und einer jährlichen Lizenzgebühr von $500,00 für alle Verkäufer ab Januar 1998. Alle Verkaufslizenzen, die zwischen dem jetzigen Zeitpunkt und Dezember 1997 beantragt oder erneuert werden, werden daher nur bis Januar 1998 ausgestellt. Dann können die Verkäufer ihre Lizenz auf der Grundlage der neuen Geschäftspolitik erneut beantragen. Wir sind der Meinung, daß die Ressourcen des WSO genutzt werden sollten, um der Gemeinschaft Dienste und Unterstützung anzubieten. Wir hoffen, daß wir durch die Erhebung von Verkaufslizenzgebühren einige dieser Ressourcen zurückerhalten und sie für die Prioritäten verwenden können, die die Gemeinschaft auf ihrer Weltdienstkonferenz gesetzt hat.

Zweitens: Es wird jedes Jahr nur zwei Perioden geben, in denen sich das WSO mit der Bearbeitung von Verkaufslizenzanträgen befaßt: 1. bis 31. Januar und 1. bis 31. Juli.

Drittens: Das WSO wird die Lizenzerteilung für Audiokassetten völlig einstellen. Wir faßten diese Entscheidung, nachdem wir zahlreiche Fragen und Beschwerden aus der Gemeinschaft zu unserer bestehenden Praxis erhielten, die die Verwendung von NA-Warenzeichen auf den Verkäuferkassetten gestattete, so daß irrtümlich der Eindruck entstand, es hätte hierdurch eine Billigung oder Genehmigung des Kassetteninhalts stattgefunden. Das war niemals unsere Absicht gewesen. Die meisten Kassetten werden auf einer NA-Veranstaltung, einem NA-Ereignis oder einer Convention aufgenommen, die von einer Gruppe, einer Region oder einem Gebiet gesponsort werden. Jedes Gebiet und jede Region, die beim WSO registriert sind, hat bereits die Erlaubnis, mit einem Verkäufer einen Exklusivnutzungsvertrag abzuschließen. Das heißt, wenn ein Gebiet oder eine Region mit einer Kassettenfirma für eine spezielle Veranstaltung einen Vertrag abschließt, dann kann dieser Vertrag der Kassettenfirma erlauben, die NA-Warenzeichen und/oder das Logo der Veranstaltung auf den Kassetten zu benutzen, die auf dieser Veranstaltung aufgenommen und verkauft werden, vorausgesetzt, das künsterlische Produkt wird nach der Veranstaltung wieder an das Gebiet oder die Region zurückgegeben. Da diese beschränkte Genehmigung bereits besteht, sehen wir keinen Grund, daß das WSO weiterhin den Kassettenfirmen Lizenzen zur Verwendung von NA-Warenzeichen erteilen soll.

Wir möchten die Frage der Anwesenheit von Verkäufern auf NA-Veranstaltungen klarstellen. Die Genehmigung des WSO, die Logos und Warenzeichen von NA zu verwenden, garantiert nicht automatisch das Anwesenheitsrecht auf NA-Veranstaltungen oder NA-Ereignissen. In anderen Worten, nur weil ein Verkäufer mit einem Lizenzabkommen in der Hand an Euer Veranstaltungs- oder Conventionkomitee herantritt, hat er oder sie nicht automatisch das Recht, Produkte auf Euerer Veranstaltung zu verkaufen, außer, ihr gestattet es. Die Erteilung einer Zutrittsberechtigung zu diesen Veranstaltungen ist eine Entscheidung, die alleine bei dem entsprechenden lokalen Dienstkomitee liegt. Auch stellt dieser Lizenzvertrag keine Billigung des Verkaufsunternehmens, seiner Geschäftspraktiken oder seiner Preispolitik seitens des WSO dar.

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Was wäre, wenn wir ein K&E-Meeting
machen und keiner geht hin?

von David J., Stellvertretender Vorsitzender
WSC K&E-Komitee
Ein trauriger Gedanke, nicht? Nun gut, das passierte vieren von uns fast ein Jahr lang. Vor ungefähr sechs Jahren zog ich in eine sehr ländliche Gegend im Südwesten von Pennsylvania. Die Ruhe und Stille waren wunderbar - und sie sind es noch. Drei Jahre nachdem ich hierher gezogen war, landete ich für ein paar Stunden im Bezirksgefängnis (aber das ist eine andere Geschichte). Als ich dort war, dachte ich an mein K&E-Engagement in der Stadt, aus der ich weggezogen war und fragte mich, ob es in meiner neuen Gegend wohl ein K&E-Komitee gab.

Einige Wochen später erreichte ich den lokalen K&E-Vorsitzenden. Er erzählte mir, daß sie vor einigen Jahren regelmäßig mit einer Gruppe in das Bezirksgefängnis gegangen wären, aber das wäre eingestellt worden und jetzt hätten sie damit zu kämpfen, den Verpflichtungen nachzukommen, die sie hatten. Egal, um eine lange Geschichte kurz zu machen, nach mehreren Telefonaten und einer Menge Kaffee hatten wir das Okay des Direktors, mit einer Gruppe in das Bezirksgefängnis zu gehen. Ich hatte vier engagierte Sprecher und ich fühlte mich großartig. Wir gaben es zurück; wir würden etwas bewirken.

Ich startete das erste Meeting und alles lief gut. Die meisten der alten Kumpels in der Anstalt hatten noch nie zuvor von Narcotics Anonymous gehört, aber sie hörten zu. Nachdem ein Monat herum war, ließ das Interesse nach. In den nächsten fünf Monaten kamen wir vom Regen in die Traufe. Es gab einen Zeitraum von mehreren Monaten, in denen nicht ein einziger Süchtiger aus dem Gefängnis zum Meeting aufkreuzte. Es brach uns das Herz. Nach einem Jahr mit minimalen Teilnehmerzahlen rief unser K&E-Vorsitzender den Direktor an und gab ihm eine Telefonnummer, wo er anrufen konnte, wenn jemand ein NA-Meeting haben wollte, und schloß unser K&E-Meeting.

Es fühlte sich schlimmer an, als die Nacht, in der ich in diesem Gefängnis eingesperrt war. Ich hinterfragte meine Motive. Versuchte ich, es mit Eigenwillen zu bewerkstelligen? Ich ging in Meetings und teilte darüber. Es war in einem dieser Meetings, als ich ihn sah - einen der Süchtigen aus dem Gefängnis, der in den letzten Monaten gekommen war, als wir dieses Meeting abhielten. Er sagte, er versuche clean zu bleiben und dankte dem K&E, daß es in seinem Leben eine Änderung bewirkt hatte. Wow!

Wir machen nun gemeinsamen K&E-Dienst in einer anderen nicht-so-ländlichen Justizvollzugsanstalt. Wir haben vier Meetings im Monat und 20 bis 30 Süchtige in jedem Meeting. Also, was wäre, wenn wir ein K&E-Meeting machten, und keiner ginge hin? Es kommt darauf an, was man unter „keiner“ versteht, würde ich sagen.

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Planung für die WCNA-27 beginnt

Unser nächstes Welttreffen, die WCNA-27, findet vom 3. bis 6. September 1998 in San Jose, Kalifornien, USA, statt. Denkt nur, 1997 ist das erste Mal in 26 Jahren, daß es kein Welttreffen geben wird. Befremdlich, aber wahr! Die WCNA war so groß geworden, daß die Weltdienstkonferenz vor drei Jahren einen Antrag verabschiedete, aus dem Welttreffen ein zweijährig stattfindendes Ereignis zu machen.

Wir erwarten, daß die WCNA-27 eines der größten Treffen in unserer Geschichte wird. NA-Mitglieder werden das Silicon Valley buchstäblich übernehmen, denn wir machen 14 Hotels voll. Das Welttreffen wird im San Jose Convention Center stattfinden. Das Samstags-Nacht-Meeting und die Feier des Einigkeitstages werden in der San Jose Arena abgehalten, das eine Sitzplatzkapazität von 20.000 Leuten hat. Könnt ihr nicht schon die Freude fühlen, wenn Mitglieder aus der ganzen Welt zusammenkommen, um unsere Genesung in einer der ältesten NA-Gemeinschaften auf der Welt zu feiern?

Die Stadt San Jose hat vor, den roten Teppich auszurollen und uns zu begrüßen - San Jose, das Herz von Silicon Valley, nur 45 Minuten Fahrt von San Francisco, Monterey, Carmel-by-the-Sea oder dem Strand von Santa Cruz entfernt. In der Innenstadt wird es wahrscheinlich das ganze Wochenende über wie im Bienenstock zugehen. Außerdem findet in der Stadt außer unserer Convention noch das „Talent in Tapestry“-Festival statt, auf dem traditionell Künstler, Kunsthandwerker und Musiker ihr Geschick darbieten.

Zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Artikels sind es noch 15 Monate bis zur WCNA-27 und die Planung dafür hat bereits begonnen. Ein Gastgeberkomitee wurde in der Region Nordkalifornien gebildet. Wenn dieser Artikel in Druck geht, werden das Convention-Motto und das Logo bereits feststehen, Veranstaltungen geplant und die Flyers in Produktion sein. Ende Dezember können wir die englische Version des Flyers schon an die Gemeinschaft schicken und uns dann auf die Übersetzungen der Flyer in verschiedene Sprachen stürzen. Wenn Ihr auf unsere Mailingliste wollt, damit Ihr einen Flyer bekommt, sobald sie fertig sind, oder wenn Ihr Fragen habt, dann ruft bitte die WCNA Helpline an: 818-773-9999, Durchwahl 200. Wir sehen uns im nächsten Jahr im September!

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Unsere Beziehung zu Einrichtungen

von Paul M., Stimmberechtigtes Mitglied
WSC K&E-Komitee
Über die Jahre hinweg habe ich beobachten können, wie die lokalen K&E-Komitees viele Kämpfe austragen mußten, wenn sie mit Gefängnissen, Rehabilitationseinrichtungen, Entgiftungskliniken, Nachsorgeeinrichtungen und anderen Einrichtungen verhandelten. Ich glaube, daß viele unserer Kämpfe unnötig wären, wenn wir unsere Beziehung mit den Einrichtungen, in denen wir unsere K&E-Meetings abhalten, verbessern würden.

Für den Zutritt zu einer Einrichtung können wir uns erst einmal Referenzbriefe („sunshhine letters“) vom WSO besorgen. Diese sind eine ideale Beifügung für unseren ersten Kontakt. Sie waren uns eine große Hilfe, erst einmal die Möglichkeit zu bekommen, eine Präsentation vor den Mitarbeitern einer Einrichtung abzuhalten. Unsere Präsentationen werden gewöhnlich zusammen mit den Mitgliedern des Öffentlichkeitsarbeitskomitees und Mitgliedern des K&E-Komitees durchgeführt. Wenn die Einführungspräsentation durchgeführt wurde, übernimmt das K&E die Angelegenheit und beginnt mit seinen regelmäßigen Meetings in der Einrichtung.

Jedes Mal, wenn das K&E in eine Einrichtung geht, müssen wir verantwortungsbewußt handeln und wir müssen uns bewähren. Es ist wichtig, die Kommunikation mit der Einrichtung aufrecht zu erhalten, nachdem wir eine Verpflichtung eingegangen sind. Diese Aufgabe kann in den Aufgabenbereich des Gebiets-K&E-Komitees fallen oder es kann vom Ausschußkoordinator übernommen werden. Diese Person sollte sicherstellen, daß alle Probleme schnell gelöst werden. Das trägt dazu bei, über alle Änderungen der Regeln in der Einrichtung auf dem Laufenden bleiben.

Manchmal bittet uns eine Einrichtung, an Veranstaltungen teilzunehmen, auf denen Auszeichnungen verliehen werden, und Urkunden oder Medaillen für unsere Arbeit anzunehmen. Solange die Urkunde oder die Medaille NA oder das K&E-Komitee für seinen Einsatz ehrt, und nicht eine Einzelperson, ist es eine gute PR, diese auch anzunehmen. Die Herstellung guter Beziehungen zu einer Einrichtung, wird nicht nur gewährleisten, daß wir die Botschaft weiterhin in die Einrichtung tragen dürfen, sondern das wird uns auch die Türen zu anderen Einrichtungen öffnen.

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H&I Slim 

Leser der H&I News sind mit dem H&I Slim vertraut. Diejenigen unter Euch, die noch nicht die Ehre hatten - H&I Slim ist der ultimative K&E-Typ. Man trifft ihn in Krankenhäusern und Gefängnissen in der ganzen Welt. Man könnte sagen, er weiß immer, was abgeht, wo’s abgeht und wie’s abgeht. Habt Ihr Fragen über K&E? Braucht Ihr Hilfe? Schreibt an H&I Slim, zu Händen des WSO.

Lieber H&I Slim,

In meinem Gebiet haben wir eine Menge K&E-Verpflichtungen in Justizvollzugsanstalten und die Ausschußsprecher hatten Schwierigkeiten, Mitglieder aufzutreiben, die eine Zutrittserlaubnis bekommen - ganz zu schweigen davon, daß die Mitglieder offenbar solche Meetings gar nicht machen wollen.

Ich könnte sicherlich einige dieser Meetings mitmachen. Ich habe die erforderliche Cleanzeit und bekomme die Zutrittserlaubnis und ich habe die Zeit dazu, aber einige meiner Freunde sagen, daß ich inhaftierten Süchtigen nichts anzubieten habe, weil ich nie verhaftet worden bin.

Ich glaube, wir sind alle gleich in NA. In unserer Literatur steht, daß es gleichgültig ist, was wir in der Vergangenheit getan haben. Ich habe Angst, aber ich habe das Gefühl, ich könnte etwas geben und ich weiß, daß mein Gebiets-K&E-Komitee meine Unterstützung brauchen könnte. Was soll ich tun?

Verwirrt, aber bereit

Lieber verwirrter Freund,

Die Botschaft unserer Gemeinschaft lautet, „daß Süchtige, alle Süchtige, aufhören können Drogen zu nehmen, daß sie den Wunsch verlieren können, Drogen zu nehmen und einen neuen Lebensweg finden können“; daß die Freiheit von aktiver Sucht, die wir durch die Zwölf Schritte gefunden haben, auch ihre Freiheit werden kann. Jede Euerer Geschichten variiert, je nach dem individuellem Muster, aber die Botschaft ist immer die selbe.

Der Zweck eines K&E-Meetings ist es, die Botschaft zu den Süchtigen zu bringen, die nicht in ein normales NA-Meeting gehen können. Das spirituelle Prinzip der Anonymität hilft uns dabei, unsere Gemeinsamkeiten zu erkennen, nicht unsere Unterschiede. Du hast, recht, es ist gleichgültig, was oder wieviel wir genommen haben, wer unsere Connections waren, oder was wir in der Vergangenheit getan haben. Heute konzentrieren wir uns auf die Lösung für unser Problem: Genesung. Jeder Süchtige mit der Bereitschaft zu teilen, und der eine klare, konsistente NA-Botschaft weitergeben kann, ist absolut geeignet für K&E-Arbeit.

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K&E-Dienst nach einem Rückfall

von Jim S., Massachusetts
Manchmal fragen Mitglieder, warum es nach einem Rückfall notwendig ist, die erforderliche Cleanzeit wieder zu erreichen, bevor man Dienst in Krankenhäusern und Einrichtungen macht. Diese Frage taucht umso häufiger auf, je länger das Mitglied vor seinem Rückfall clean war.

Die Cleanzeit-Empfehlungen im K&E-Handbuch greifen auf jahrelange Erfahrung zurück. Ein Hauptgesichtspunkt im Bezug auf die Cleanzeitempfehlungen ist das Anonymitätsprinzip - die kollektive Erfahrung und das Wissen derer, die unsere Wegbereiter waren, kann auf alle von uns angewandt werden, ohne Rücksicht auf die Umstände oder die Person.

Ein weiterer, sehr wichtiger Gesichtspunkt, ist unsere Botschaft. Die Botschaft, die wir in NA weitergeben muß attraktiv sein und Erfahrung, Kraft und Hoffnung beinhalten. Behalten Süchtige, die rückfällig werden, ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung? Nein, unglücklicherweise geht diese bei einem Rückfall verloren. Aber wenn ein Süchtiger oder eine Süchtige in den Genesungsprozeß zurückkehrt - Meetings, Sponsorschaft, Schritte - dann wachsen wieder Erfahrung, Kraft und Hoffnung.

Wenn man diesen Teil des Genesungsprozesses ausläßt und auf die Cleanzeitvoraussetzungen verzichtet, dann tut man den Süchtigen, die einen Rückfall hatten, den noch leidenden Süchtigen und anderen, die K&E-Dienst machen, keinen Gefallen. Die Botschaft, die wir weitergeben, besteht nicht aus unserer persönlichen Botschaft und ist auch nicht die Botschaft des K&E - sie ist die Botschaft von Narcotics Anonymous, daß Du niemals mehr Drogen nehmen mußt.

In Narcotics Anonymous muß es an erster Stelle stehen, clean zu bleiben. Cleanzeit ist kein Ehrenabzeichen, aber sie ist ein Teil unseres Programms der Anziehung. Unsere Botschaft lautet, daß Süchtige, alle Süchtigen, aufhören können, Drogen zu nehmen, daß sie den Wunsch verlieren können, Drogen zu nehmen und einen neuen Lebensweg finden können. All das braucht Zeit, Zeit, die schlicht und ergreifend von unserem ersten cleanen Tag an gezählt wird.

Es kann schwierig sein, wenn man auf der Arbeit, zu Hause, in einer neuen Stadt und in der Genesung ein „Neuankömmling“ ist. Man braucht Demut. Doch Demut ist der ideale Zustand für eine oder einen Süchtigen. Narcotics Anonymous ist darauf angewiesen, daß jede und jeder von uns für den Dienst aufgeschlossen ist, wenn wir gebraucht werden, wenn wir darum gebeten werden und wenn wir dafür qualifiziert sind.

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Drinnen oder draußen, die alte Lüge ist tot

von Bob L, seit kurzem aktives
WSC K&E-Komiteemitglied
Ich bin ein Süchtiger. Ich heiße Bob. Heute feiere ich meinen zwölften Cleangeburtstag in Narcotics Anonymous. Jedes Jahr versuche ich, an diesem Tag meinen Cleangeburtstag in derselben Umgebung zu feiern, in der ich die NA-Botschaft zum ersten Mal hörte - in einem K&E-Meeting.

Dieses Jahr unterscheidet sich nicht von den vorangegangenen elf Jahren. Ich hatte das Privileg, gestern Abend in meinem Gebiet an einer Veranstaltung der Heilsarmee teilzunehmen. Diejenigen von uns, die die Botschaft regelmäßig in ein Krankenhaus oder in eine Institution tragen, kennen die Dankbarkeit, die aus einem solchen Egagement erwächst.

Ich habe immer gedacht, daß ich wirklich „hinein“ müßte, um unsere K&E-Arbeit richtig zu unterstützen... dachte ich. In Wirklichkeit kann ich aber den Dienst in Krankenhäusern und Einrichtungen am besten unterstützen, wenn ich die Botschaft dorthin bringe, wo die Süchtigen nicht zu Meetings nach draußen gehen können. Das ist bei Mitgliedern der Gemeinde der Heilsarmee der Fall. Die größte Dankbarkeit fühle ich, wenn ich die Süchtigen sehe, die zu meiner lokalen Gemeinschaft gehören (Kevin, Mike); einige von ihnen sind drei und vier Jahre lang clean, und sie haben die Botschaft bei einem K&E-Meeting gehört, als sie in dieser Einrichtung waren.

Obwohl es für mich dazugehört, daß ich meine Liebe für K&E durch die Teilnahme an K&E-Meetings hinter Gittern ausdrücke, beschränke ich mich nicht darauf, nur zu Meetings in Gefängnissen oder Justizvollzugsanstalten zu gehen, Ich bin dankbar, daß ich vielerorts helfen konnte, daß die alte Lüge ausgerottet wird. Wir genesen wirklich!

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Fragen, Fragen, Fragen

Fast täglich erhält das World Service Board of Trustees Briefe mit Bitten um Führung bei einer Vielzahl von Problemen. Wir beantworten diese Briefe und schenken den Problemen, die anscheinend überall in der Gemeinschaft auftauchen, gebührende Aufmerksamkeit. Als Antwort auf weitverbreitete oder ständig wiederkehrende Probleme, erstellen wir Bulletins.

Ungefähr von einem Jahr brachten wir ein Bulletin mit dem Titel „Methadon und andere Substitutionsprogramme“ [„Regarding Methadon and other Drug Replacement Programs“] heraus. Dieses Jahr arbeiten wir an einem Bulletin, das andere Problembereiche bezüglich der NA-Sicht von Abstinenz behandelt. Wir werden Fragen behandeln, wie z. B.: „Sind ein „Dünnbier“ oder andere „nichtalkoholische“ Getränke schon ein Rückfall?“ [„Is drinking „near beer“ or other „nonalcoholic“ beverages considered using?“]. „Was ist mit psychoaktiven Medikamenten?“ [„What about psychotropic medication?“].

Wir planen auch ein Bulletin zum Thema, wie Mitglieder in den Meetings und im Dienst gehalten werden können. Viele NA-Gemeinschaften stellen fest, daß ihre „Älteren“ nicht mehr in Genesungsmeetings gehen oder sie merken, daß auf Veranstaltungen Neuankömmlinge gegenüber den Oldtimern überrepräsentiert sind. Was geschah mit unseren langjährigen Mitgliedern? Gibt es eine Möglichkeit, daß sie weiterhin kommen? Wie kann man erreichen, daß sie sich im Dienst engagieren und daß sie engagiert bleiben?

Wir begrüßen Euere Gedanken zu beiden Themen und fordern Euch auf, uns Euere Rückmeldungen zu Händen des WSO zuzuschicken.


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Warum müssen wir Dienstliteratur übersetzen?

von Bo A., Stimmberechtigtes Mitglied
Cynthia E., Stellvertretende Vorsitzende
WSC PI-Komitee
Wir bekommen das, wovon wir früher geträumt haben: eine wirklich weltweite Gemeinschaft. Wir bringen unsere Botschaft der Genesung zu Süchtigen auf der ganzen Welt, in ihrer eigenen Sprache, wir tun mehr für die einzelnen Süchtigen, als wir uns jemals vorstellen konnten.

Aber was ist mit diesen neu entstehenden NA-Gemeinschaften, die durch Sprachbarrieren von den anderen in der NA-Dienststruktur getrennt sind. Hier besteht deutlich ein Bedarf an übersetzter Dienstliteratur.

Auf der Weltdienstkonferenz im April, luden die WSC-Öffentlichkeitsinformation und das WSC-K&E zu einer Diskussionsrunde im Entwicklungsforum ein, wo dieses Thema behandelt wurde. Wir wollten herausfinden, wie wir auf das Bedürfnis der Gemeinschaft nach übersetztem Dienstmaterial antworten konnten - insbesondere im Hinblick auf diejenigen Materialien, die von Öffentlichkeitsarbeits- und K&E-Komitees benutzt werden. Die Teilnehmer wurden gebeten, über ihre praktischen Erfahrung mit der Übersetzung von Dienstliteratur zu berichten.

Die nun folgenden Punkte sind eine Zusammenfassung dessen, was die Mitglieder in der Diskussionsrunde berichteten.

Warum muß Dienstmaterial übersetzt werden?

NA ist eine weltweite Gemeinschaft und hat Mitglieder, die nicht Englisch sprechen oder lesen können.

An einigen Orten muß das Dienstmaterial auch aus kulturellen Gründen angepaßt werden.

Wann sollte eine NA-Gemeinschaft Dienstmaterial übersetzen?

Wer übersetzt Dienstmaterial?

Was für eine Vorgehensweise eignet sich am besten für die Übersetzung von Dienstmaterial?

Was sollte für die Öffentlichkeitsarbeit und für den Dienst in Krankenhäusern und Einrichtungen übersetzt werden?

Beachtet: „Facts About Narcotics Anonymous“ und „Narcotics Anonymous: A Commitment to Community Partnership“ sind Dokumente, die insbesondere für den internen Gebrauch auf internationalen Veranstaltungen verfaßt wurden. Beides sind hervorragende Hilfen für Präsentationen vor Fachleuten oder zur Beantwortung deren Fragen über NA.

Welchen Spielraum hat die lokale NA-Gemeinschaft bei der Anpassung von Materialien an lokale Gesetze und Sitten?

Wie finden wir mehr über Dienst und Übersetzungen heraus?

NA-Gemeinschaften in englischsprechenden Ländern. Was ihnen fehlt, ist der Zugang zu der Erfahrung, Kraft und Hoffnung, die in unserer derzeitigen englischsprachigen Dienstliteratur gesammelt ist. Dieses Problem kann im Laufe der Zeit gelöst werden. Aber wann? Können Öffentlichkeitsarbeits- und K&E-Komitees wachsen, wenn sie keinen Zugang zu diesen wertvollen Erfahrungen haben? Ja, aber nur sehr langsam und verbunden mit einer Menge Frustrationen!

Die Bedeutsamkeit unserer Diskussion auf der WSC bestand darin, daß die betrauten Diener auf Weltebene auf den Bedarf an übersetzter Dienstliteratur aufmerksam wurden. Obwohl es oft keine definitiven Antworten auf unsere Fragen zum Übersetzen von Dienstmaterial gibt, so gibt es doch eine Fülle von Erfahrungen innerhalb der Gemeinschaft. Wir hoffen, dadurch, daß wir weitergehen und unseren Erfahrungsschatz vergrößern, die Süchtigen eine bessere Zukunft haben, welche Narcotics Anonymous mit der Erfahrung Kraft und Hoffnung dienen, die uns unser Dienstliteratur gibt.


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WCNA-28 in Kolumbien!!

Nun ist es offiziell! - Das 28. Welttreffen von Narcotics Anonymous wird vom 6. bis 9. Juli 2000 in Kartagena, Kolumbien ausgerichtet. Nach einem Selektionsprozeß, der ein Jahr dauerte, und bei dem auch Panama City, Rio de Janeiro und Buenos Aires als mögliche Veranstaltungsorte in Betracht gezogen wurden, beschlossen wir, daß Kartagena der beste Ort für das Welttreffen ist. Cartagena ist ein bezauberndes Ziel für einen Gelegenheitsurlaub in der Karibik. Hier vereinigen sich moderne Strände und Hotels mit einer historischen, bescheidenen Altstadt, die von Mauern umgeben ist - in den Kolonialzeiten Kolumbiens erste Verteidigung gegen die Seeräuber. Daher erfreut sich Kartagena einer Freiheit und Ferne von der typischen Besorgnis, die einem sofort durch den Kopf schießt, wenn man an eine Reise nach Kolumbien denkt.

Der sicherlich erfreulichste Faktor ist für uns, daß diese Entscheidung einen historischen Charakter trägt. Es wird das erste Welttreffen in Lateinamerika sein. Kolumbien ist auch die Heimat der zwei der stärksten NA-Gemeinschaften in Lateinamerika. Sie nahmen ihre Anfänge in den frühen achtziger Jahren und heute gibt es dort mehr als einhundert Meetings in vierzehn Städten überall in Kolumbien. Die Region hat ein Dienstbüro in Medellin, veranstaltet jährlich ein regionales Treffen und schickt jedes Jahr einen Delegierten oder eine Delegierte zur WSC.

Für die Stadt Kartagena wird die WCNA-28 das größte Treffen, das jemals dort abgehalten wurde. Der Bürgermeister von Kartagena war uns eine sehr große Hilfe bei unserer Entscheidung, nach Kartagena zu gehen. Es kam nach Los Angeles und veranstaltete im Namen der Stadt eine Präsentation, er reservierte den größten Platz in der mit Mauern umgebenen Altstadt für unser Hauptmeeting am Samstag und für die Feier des Einigkeitstages, und er arrangierte für uns Treffen mit verschiedenen Repräsentanten der kolumbianischen Regierung, so daß mit den gemeinschaftlichen Vorbereitungen zur Genehmigung der Visaanträge für Kolumbien begonnen werden konnte.

Eines der besten Ergebnisse aus unserer Beziehung mit dem Bürgermeister war die Pressekonferenz, die er arrangierte, um unseren Beschuß, nach Kartagena zu kommen, anzukündigen. Es waren nahezu alle wichtigen Presseorgane vertreten, da die Konferenz vom Bürgermeister ausgerichtet wurde. WSO-Mitarbeiter und Mitglieder der kolumbianischen Gemeinschaft trafen sich mit mehr als zwanzig Vertretern des kolumbianischen Fernsehens, der Rundfunksender und der Presse. Das Ergebnis der Pressekonferenz waren Zeitungsartikel über NA in zwei nationalen und einer Lokalzeitung, mehrere Erwähnungen in denFernsehnachrichten und Radiointerviews. Dieses Ereignis war vermutlich die größte Public Relations-Chance in unserer Geschichte in Kolumbien.

Für viele von uns wird es auch eine besondere Bedeutung haben, die Genesungsbotschaft nach Kolumbien zu tragen. Die Demonstration unserer Einigkeit, wenn wir gemeinsam auf dem Welttreffen unsere Genesung feiern, ist immer eine mächtige Botschaft. Könnt Ihr Euch einen besseren Ort auf der Welt vorstellen, um zu würdigen, daß kein Süchtiger und keine Süchtige an den Schrecken der Sucht sterben muß? Bleibt dran. Mehr wird offenbart!


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Letzte Lacher

Von allen Faktoren, die zu unserer Genesung beitragen, ist unsere Fähigkeit zum Lachen, ziemlich wichtig. In der Tat ist bei allem, womit wir uns normalerweise herumschlagen - Machtlosigkeit, Charakterfehler, spirituelle Kämpfe - der Humor unerläßlich für die Genesung. In diesem Geiste präsentieren wir „Die letzten Lacher“, ein regelmäßiger Beitrag des NA Way. - Ed.

Der Sitz der Macht

Ein liebevoller, aber irrelevanter Blick auf NA-Service

Nach mehr als zehn Jahren Dienst in NA, habe ich mehr Meetings überlebt, mehr tranigen Kaffee getrunken und mehr über die kollektive Albernheit gelacht, als Ihr es Euch jemals vorstellen könnt. Jetzt möchte ich, einfach so zum Spaß, dieses mit Euch teilen und ich hoffe, daß Ihr den Dienst genauso zum Brüllen findet, wie ich.

Was hat es also mit diesen Servicemeetings auf sich? Diese Versammlungen blasser, nervös aussehender und ernst dreinblickender Süchtiger, die wir alle so mysteriös und fesselnd fanden, als wir neu waren - und all diese Akronyme. Der Sitz der Macht, der Ort, an dem Gott sich durch uns (!) kundtat, diese fast geheiligten politischen Grundsatzdiskussionen, Robert’s Rules in Pappe gebunden auf dem Tisch. Ahhh, selbstloser Dienst - der absolute Höhepunkt der Mitgliedschaft.

Diese Richtlinien gelten für die Weltdienstkonferenz, aber sie könnten leicht auf jedes x-beliebige geringere (oder höhere, das hängt von Euerem Standpunkt ab) Dienstgremium angewandt werden.

Die Resolutionskriege 
(oder Antragskrankheit)

Sinn und Zweck der Konferenz ist es unter anderem, Politik für NA zu machen. Dies geschieht durch die Annahme (oder Ablehnung) von Anträgen und Resolutionen. Resolutionen erlangen eine immer größere Popularität, da sie gewöhnlich sehr wenig der Zeit der Mitarbeiter oder Einsatz der Freiwilligen in Anspruch nehmen. Nur dort, wo Resolutionen mit Implementierungsplänen einher gehen, wird die Sache beängstigend. Glücklicherweise geschieht das nicht oft, oder es geschieht nicht im selben Jahr, oder im selben Dienstgremium, was die Sache anbelangt.

Egal, hier sind einige der Regeln:

  1. Die Resolutionen und Anträge sollten nur aus dem Plenum kommen (Regionen sind die einzigen ordnungsgemäß anerkannten Organe der Gemeinschaft). Ausführende Komitees, Konferenzführung und Mitarbeiterstab durchlaufen einen Ent-Spiritualisierungsprozeß, wenn sie von Trägern des Gewissens zu „Führern“ aufsteigen. Man kann ihnen nicht länger trauen, daß sie die Anträge und Resolutionen behandeln, ohne, daß sie diese vergiften.
  2. Resolutionen und Anträge sollten vor der WSC von Leuten diskutiert worden sein, die zu den Regionen gehören. Alle Resolutionen und Anträge werden drei Minuten vor der WSC in den DUIs (Diskussionen, unbelastet von Informationen) ausgesandt, so daß das Gruppengewissen gebildet werden kann. Zwei Trustees werden geklont und an die vier Enden der Welt geschickt, um die Informationen nachzuliefern, die nicht in den DUIs enthalten sind.
  3. Die Geschäfte sollten ruhen, bis die Konferenz nonstop drei Tage lang getagt hat und vollständig ausgelaugt ist von dem überwältigendem Gefühl, daß sich genesende Süchtige aus der ganzen Welt treffen. Auf diese Weise ist die Versammlung zu lasch, um wirklich Schaden anrichten zu können.
  4. Alle Resolutionen sollten beginnen mit: „Es möge die Resolution gefaßt werden“ und sie sollten mindestens drei „Wobei’s“ und zwei „Es-sei-denn’s“ enthalten, so daß wir nachweisen können, daß auch jeder berücksichtigt wurde und wir nicht blind drauf losschießen. Auf alle Anträge sollten Änderungsanträge folgen, die von Antragsteller gestellt werden, sobald sie, auf dem harten Boden im Plenum gelandet, der harten Realität ins Auge blicken.
  5. Alle Anträge sollten etwa so enden: „Indem wir dies tun, führen wir den Willen Gottes, wie wir Ihn verstehen, aus, und zwar in einem mannigfaltigen und allumfassenden Prozeß, der garantiert, daß kein Süchtiger irgendwo auf der Welt an den Schrecken der Sucht sterben muß“. (Das liefert das nötige Schmiermittel für harmlose, „ungefährliche“ Änderungsanträge auf dem Konferenzparkett, aber Vorsicht, irgend jemand wird garantiert verlangen, daß man Gott das Geschlecht nimmt. Also wird es genug Schmiere geben, den tatsächlichen Inhalt des Antrags zu verschleiern).
Wenn die Geschäftssitzung beginnt (eineinhalb Tage hinter dem Zeitplan herhinkend), sagt der Vorsitzende: „Es ist nun sechs Uhr abends und ich weiß, Ihr wollt zu Euerem Abendessen aufbrechen, aber die Verwaltung und ich waren die ganze Nacht lang auf, um an der Interpunktion dieser Anträge zu arbeiten und wir glauben, daß die Setzung der Kommata Euere sorgfältige Erwägung verdient ...“

„Einen Punkt noch, Herr Vorsitzender“, bellt eine Frau am mittleren Mikrofon. „Ich bin die Regionsdelegierte der Region der Nerventöter und ich habe nur eine Frage: sind wir beschlußfähig?“

Der Vorsitzende, nachdem er sich flüsternd mit dem Parlamentarier beraten hat, verkündet, daß die Beschlußfähigkeit mit fünfzig Prozent der anwesenden Teilnehmer gegeben ist und fragt die Versammlung, ob sie zur Abstimmung bereit ist. Die Regionsdelegierte von der Region der Nerventöter beginnt, Einspruch gegen die Entscheidung des Vorsitzenden einzulegen, aber das Mikro, das vom Podium aus kontrolliert wird, ist aus unerklärlichen Gründen tot.

Die Regionsdelegierte sucht ein anderes Mikro und erwischt schließlich eins, nachdem drei weitere Anträge durchgebracht worden sind. Da gibt sie auf und geht. Einer nach dem anderen, schlurfen nun auch andere RDs und ihre Stellvertreter mit benommenem Gesichtsausdruck hinaus. Nur ein paar Hartgesottene bleiben, die wie wild Änderungsanträge stellen, uneingedenk dessen, daß das gegen die bestehenden Grundsätze verstößt, bis der Vorsitzende bemerkt, daß er Einspruch einlegen kann, da keine Beschlußfähigkeit mehr besteht. Das Verwaltungskomitee wankt in ein Konferenzzimmer im 16. Stockwerk, um die parlamentarische Pleite zu diskutieren, durch die man sich nun hindurchnavigieren muß, um alles rückgängig zu machen, was die Konferenz am nächsten Morgen rückgängig gemacht haben will, und das wird so ungefähr alles sein, war in der vorangegangen Sitzung beschlossen wurde.

Ein Ad-Hoc-Komitee gründen

Süchtige neigen gewöhnlich dazu, Komitees zu bilden. Keiner weiß, warum. Vielleicht aus demselben Grund, wieso sie zur Sucht neigen.

Komitees werden hauptsächlich deswegen gegründet, um all das zu rechtfertigen, was zuvor passiert ist und um zu verhindern, daß irgendwelche größeren Veränderungen stattfinden können. Die Gründer von NA hatten kein Komitee. Hätten sie eines gehabt, wären die Zwölf Schritte noch immer ein Skriptum im Entwurfsstadium mit dem Vermerk „Nicht zur Verwendung in den Gruppen“. Und „Wir gaben zu, daß wir unserer Sucht gegenüber machtlos waren ...“, würde sich ungefähr so anhören: „Wo praktisch, und vorbehaltlich einer Nichtigkeitserklärung, sowie abhängig von der ausdrücklichen Bereitschaft oder Nichtbereitschaft der einzelnen Person, haben einige von uns vereinzelt festgestellt, daß manche von uns von geschlechtsneutralen Mächten bedroht wurden, welche offenbar unseren freien Willen über diverse und mannigfaltige Manifestationen einer allgemeinen Anfälligkeit gefährdeten, die sich bei einigen von uns durch exzessiven Konsum einer Vielzahl von festen und flüchtigen Substanzen ausdrückte, oder durch deren fortgesetzten Gebrauch, was für einige von uns hätte tödlich enden können...“

Komitees wirken als starke Bremsen gegen verantwortungslose Aktionen. Der Prozeß, jeden zu berücksichtigen, die Eingaben aus der Gemeinschaft zu sammeln, zu vergleichen und einen Konsens zu finden, steht jeder Handlung im Wege. Wenn eine Handlung stattzufinden droht, wird, trotz dieses sorgfältig abgestimmten Prozesses, ein Berater hinzugezogen, damit der das ganze Material untersucht und Empfehlungen gibt.

Überall, wo Süchtige zur Genesung und zum Dienst zusammenkommen, findet man eine Fülle von Wachstumsmöglichkeiten. Ihr wollt Spaß oder Entspannung?!? Sorry, bei NA gibt es nur ein Versprechen... Barbara G., Kalifornien v

Barbara G, California

Abtretungserklärung der Autorenrechte

Alle Artikel müssen zusammen mit dieser unterschriebenen Abtretungserklärung eingereicht werden.

Hiermit erteile ich dem World Service Office, dem NA Way Magazine, seinen Rechtsnachfolgern, Rechtsbeauftragten und denjenigen, die in ihrem Auftrag handeln, die Erlaubnis, das beigefügte Originalmaterial zu veröffentlichen.

Ich erkläre mich einverstanden, daß dieses Material redigiert wird. Weiterhin erkläre ich mich einverstanden, daß dieses Material in anderen Journalen der NA-Gemeinschaft abgedruckt wird. Ich befinde mich im Besitz meiner vollen Geschäftsfähigkeit, auf Grundlage derer ich diese Zustimmung erteile und verzichte damit gegenüber dem World Service Office und der Zeitschrift The NA Way Magazine auf jeden Rechtsanspruch meinerseits, von meinen Rechtsnachfolgern und oder Rechtsbeauftragten.

Unterschrift: ______________________________________

Datum: ___________________________________________


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Produktinformationen vom WSO

Mit Wirkung vom 1. August 1997, wurden aufgrund unserer geändertenVerkaufspolitik die Preise für Informationsfaltblätter, Schlüsselanhänger und Cleanchips heraufgesetzt. Diese Erhöhungen brachten die Preise auf eine Linie mit den Warenkosten, für andere WSO-Produkte. Die genauen Angaben über die Erhöhungen sind im Produktkatalog des WSO, dem „WSO Product Catalog“ aufgeführt.

Neuerscheinungen

It Works: How and Why auf Audiokassette
- Ein Set bestehend aus sechs Kassetten, enthält den gesamten Text von It Works. Artikel Nr. 8820 Preis: US$ 15,95

Sluggfest: A Home Group Anthology
- Ein Zweifarbendruck, als Buch erhältlich. Enthält die „Home Group“-Comic Strips aus acht Jahren, die im NA Way Magazine veröffentlicht wurden. Artikel Nr. 9406 Preis US$ 8,95

Italienischer Basic Text, Narcotici Anonimi
- Artikel Nr. IT-1101 Fester Einband Preis: US$ 5,25

Türkische Schlüsselanhänger
- Willkommen für mehrere Jahre Artikel Nr. 4100 - 4108 Preis: US$ 0,35

Für diejenigen in Behandlung auf Norwegisch
For de i behandling
- Artikel Nr. NR-3117 Preis: US$ 0,25 Bei Bestellmengen von 100 oder mehr, US$ 0,23

auf Norwegisch
12 Schritte Poster
- (Artikel Nr. NR-9073)
12 Traditionen Poster
- (Artikel Nr. NR-9074) Preis: je US$ 2,30

Es Funktioniert in kastilischem Spanisch
Funciona: cómo y por qué
- Artikel Nr. CS-1140 Harter Einband Preis: US$ 7,30

Überarbeitete Posten

The Group Booklet, Revised
- (überarbeitete Ausgabe des Gruppenbüchleins) enthält die Änderungen, die auf der WSC’97 genehmigt wurden. Artikel Nr. 1600 Preis: US$ 0,60

A Guide to Local Services in NA
- (Leitfaden für Dienste auf lokaler Ebene in NA), wurde auf der WSC’97 genehmigt, ist vorrätig. Artikel Nr. 2111 Preis: US$ 5,80

Eingestellte Posten

Aufgrund ständig rückläufiger Verkaufszahlen, bechloß das WSO Board of Directors, den Verkauf des Kaffepotts „NA Way mug“ (Artikel Nr. 9417) sowie des Kaffepotts „Slugg mug“ (Artikel Nr. 9416) einzustellen, sobald unsere Bestände aufgebraucht sind.

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