Wir behalten uns das Recht vor, alle Manuskripte zu überarbeiten und zu redigieren. Die Manuskripte müssen zusammen mir einer unterschriebenen Abtretungserklärung der Autorenrechte eingereicht werden.
Die Kriterien für die einzelnen Sparten des Magazins sind wie unten folgt:
Aktuelles
Alles, was mit Berichten über aktuelle Themen oder Veranstaltungen
in NA zu tun hat, bis hin zu ausreichend dokumentierten historischen Essays
über die Anfänge NA’s in einem Gebiet, einer Region oder eimem
Land. Bitte fragt zuerst bei uns an. Maximale Länge: 2.500 Wörter.
Mitglieder teilen
Persönliche Genesungserfahrungen in der Länge von 500
bis 2.000 Wörter.
Parabeln
Das sind fiktive Artikel, in denen der Verfasser oder die Verfasserin
ein spirituelles Prinzip oder irgendeine genesungsbezogene Lektion veranschaulicht.
Maximale Länge: 1.500 Wörter.
Stellt Euch das vor
Seid Ihr jemals von Euerem Heimatgebiet weg gewesen und habt ein
NA-Meeting besucht? Die Poster an den Wänden, der Ort, wo die Kaffeetassen
stehen, die Tische, die Stühle, die Literatur - all das trägt
zu einer Atmosphäre der Genesung bei. Und Ihr habt geglaubt, NA-Meetings
werden nur in den Kellern von Kirchen abgehalten!
Humor und „Letzte Lacher“
„Letzte Lacher“ sind Ausschnitte aus NA-Zeitungen (auch Material
aus dem NA Way Magazin), Versprecher aus der NA-Literatur, die man
auf NA-Veranstaltungen gehört hat etc. Andere humoristische Artikel
können alles enthalten, angefangen von einer „Top Ten“-Liste, über
eine Parodie auf NA-Literatur, bis hin zu einem Multiple Choice-Fragebogen.
Maximale Länge: 1.000 Wörter.
Leider ist es noch Zukunftsmusik, daß die Archive von NA so bestückt sind, auch wenn der Großteil der heute existierenden Dokumentationen sich im Besitz des World Service Office befindet.
Im März 1997 erhielt George Hollahan, einer der Executive Co-Directos des WSO einen Anruf von Jimmy K.’s Erben. Sie fragten, ob das WSO die Erbmasse von Jimmy K., die etwas mit NA zu tun hatte, haben wollte.
Es wäre eine Untertreibung zu sagen, daß das WSO „interessiert“ war. George drückte es so aus: „Ich war sowohl überrascht, als auch sehr erfreut. Ich hatte seit Mitte der 80er Jahre auf eine solche Gelegenheit gewartet.“ Nach einigen Vorkehrungen holte George die Archive ab und brachte sie in das WSO.
Wenn die Vorstellung eines historischen Archivs, so wie es oben beschrieben ist, ein Traum ist, so war das, was beim WSO ankam, ein Alptraum - verrottete Pappschachteln, Aktenschränke die über und über mit Aufklebern zugepflastert waren, auf denen Genesungssprüche standen, kaputte Büroausstattung, ineinander verwickelte Tonbänder - es war ein Chaos, obwohl man nicht abstreiten kann, daß es Charakter hatte. Und da war es, mitten in dem modernen und professionellen World Service Office von NA, und es wirkte dort völlig deplaziert.
Und trotzdem flößte ein einziger Blick auf das Durcheinander eine gewisse Ehrfurcht ein. NA’s Anfänge waren bemerkenswert demütig - insbesondere in Anbetracht dessen, wie weit wir gekommen sind! Eine weltweite Gemeinschaft erwuchs daraus. Es gibt eine Höhere Macht!
Ein ehemaliger Mitarbeiter des WSO, Steve Lantos, wurde beauftragt, das Material zu katalogisieren und zu ordnen. Es war eine entmutigende Arbeit - Es lagen da mehr als 45 Kubikmeter Papier, Kassetten und andere Gegenstände - und es würde aller Wahrscheinlichkeit viele Monaten dauern, diese Aufgabe zu erledigen.
Genau so kam es dann auch. Steve’s Abschlußbericht wurde erst im Oktober 1997 herausgegeben. In diesem Bericht führte er den Inhalt des Archivs und die Bedeutung eines jeden Postens auf.
Manchmal war die Bedeutung eines Gegenstandes offensichtlich, wie z.B. eine Erste Ausgabe des Basic Text, die einen roten Umschlag hatte und mit #1 gekennzeichnet war. In anderen Fällen erschloß sich die Bedeutung eines Gegenstandes erst später. Jeder Gegenstand wurde mit einer Nummer versehen, wie z.B. #1081, für die Originalprotokolle einer Reihe von Meetings, die zwischen dem 17. August und dem 18. Dezember 1953 abgehalten wurden, um NA in Südkalifornien zu starten.
Was wurde gefunden?
Die interessantesten und bewegendsten Materialien, die gefunden
wurden, waren die persönlichen Gedanken und Aufzeichnungen von Jimmy
K. Sie waren im allgemeinen genesungsorientiert, obwohl Jimmy eine Menge
über den Service und die Führung von Narcotics Anonymous schrieb.
Es finden sich viele Gegenstände, die mit der Entstehung von NA, so
wie wir es heute kennen, zu tun hatten. Gegenstände, die die Aktivitäten
der Trustees und die Entwicklung der Servicestruktur zwischen 1960 und
1983 dokumentierten.
Steve’s Abschlußbericht stellt das wachsende Bewußtsein dafür heraus, wie wichtig Jimmy K. für NA war - nicht nur in den 50ern und 60ern, sondern auch heute. Das Archivmaterial reflektierte deutlich Jimmys Ideen und Vorstellungen von NA als eine weltweite Gemeinschaft. So zeigen zum Beispiel Jimmys Originalzeichnungen des stilisierten NA-Logos mit den Kreisen und den vier Linien, die aus dem äußeren Kreis heraustreten und das, was schließlich mit diesen Linien passiert, wie einige dieser Originalideen Jahre später fehlinterpretiert wurden. Wenn wir uns das Plakat mit dem ursprünglichen Logo von NA anschauen, dann wird klar, daß die vier Linien Richtungspfeile waren, die den Traum darstellten, daß sich NA in alle Himmelsrichtungen ausbreitet. In einer späteren Interpretation der vier Linien wurde jedoch ein christliches Symbol gesehen, was darin resultierte, daß sie durch einen Konferenzantrag entfernt wurden.
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Das ist das original NA-Logo, von Jimmy K. gezeichnet. Die Kreise um das Logo entsprechen folgendem Farbenschlüssel. Die Innenseite des „A“ ist nicht farbig, abgesehen von einem Punkt, der Gott darstellt. Der Rest des inneren Kreises ist gelb, was für Kraft und Mut steht. Der nächste Ring ist grün und steht für Freundschaft. Der nächste ist blau und bedeutet Friede und Gelassenheit. Der äußere Ring ist rot, was Liebe bedeutet. |
Viele Jahre waren die Anfänge von NA von Mythen und Legenden umwoben, von Vorurteilen und unklaren Erinnerungen noch lebender Mitglieder. Dank einiger der historischen Dokumente, die sich in diesen Archiven fanden, können wir als eine Gemeinschaft endlich beginnen, etwas Licht in die Anfänge von NA zu bringen. Posten #1081 enthält die Protokolle über die Gründung von NA in Südkalifornien. Posten #1082 enthält die Originalsatzung, die auf dem Meeting am 17. August erarbeitet wurde. Posten #1230 verdienst ganz besondere Aufmerksamkeit. Er ist ein spirituelles Büchlein, das in den späten 50er oder frühen 60er Jahren von Vater Daniel Egan verfaßt wurde, der auch unter dem Namen „Junkiepriester“ bekannt war. Das Büchlein beschreibt die NA-Bewegung in New York, die von Danny Carlsen angeführt wurde.
Die Aufsätze von Jimmy K. im Kleinen Weißen Büchlein erzählen uns ganz klar, daß einige Süchtige und einige Mitglieder von AA im Juli 1953 das gründeten, was wir heute als Narcotics Anonymous kennen. Was bei diesen Meetings im Anfangsstadium gegründet wurde, hieß eigentlich „San Fernando Valley Narcotics Anonymous and Alcoholics Anonymous.“
Die Trennung von NA und AA ist noch jetzt, 50 Jahre später ein Entwicklungsthema. In den Archiven findet sich ein Brief des Weltdienstbüros von AA, worin NA die Erlaubnis erhält, die Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen von AA zu benutzen und anzugleichen. AA’s Kampf mit seiner eigenen Entwicklung, der parallel lief, wird durch zwei Gegenstände belegt: Einer ist offensichtlich der Prototyp eines Pamphlets - wahrscheinlich von AA erstellt - mit dem Titel „Is Narcotics Anonymous for You?“. Es bezieht sich auf das Problem, das AA damit hatte, daß Süchtige Genesung in AA suchten. Der andere Gegenstand ist ein Artikel von Bill W. (dem Gründer von AA), worin er das Problem von Drogensüchtigen in AA-Meetings anspricht.
Ebenfalls mit diesem Thema verbunden sind die Änderungen, die Mitte der 80er Jahre an dem Kleinen Weißen Büchlein vorgenommen wurden. Diese Änderungen sollten NA’s Sichtweise von Drogensucht unterstreichen und klarstellen, daß Alkohol auch eine Droge ist und daß ein Mitglied, dessen „Lieblingsdrogen“ Alkohol mit einschließen, genesen kann, wenn es nur zu NA geht.
Was dieses Thema angeht, findet sich hier auch Korrespondenz zwischen Mitgliedern und den Trustees, worin um die Klärung der Frage der Mitgliedschaft gebeten wird und die die Frage, ob betraute Diener neben NA auch zu AA gehen dürfen, etc.
Es findet sich eine Menge Material über die Entwicklungsgeschichte der NA-Literatur und über die Änderungen, die über die Jahre hinweg an der existierenden Literatur vorgenommen wurden. Eine der längsten und schmerzlichsten Kontroversen in unserer Gemeinschaft - die Änderungen an den ursprünglichen Abhandlungen zur Vierten und Neunten Tradition im Basic Text und die Reihe von WSC-Maßnahmen, die sich aus den Textänderungen ergaben - wird in verschiedenen Dokumenten aufgezeichnet, einschließlich des Drucksatzes von Seiten, auf denen die Änderungen gekennzeichnet und von den verantwortlichen betrauten Dienern abgezeichnet sind. Außerdem wurden noch die gestempelten originalen Copyrights von 1976 für das Kleine Weiße Büchlein in einem der Aktenschränke gefunden. Einige der faszinierendsten und herzerwärmensten Entdeckungen waren die Originalverzierungen für Einband und Buchrücken des Basic Text und die Originalmanuskripte der Geschichten im Basic Text.
Wenn die Prioritäten von NA durch den Umfang des Papiers widergespiegelt werden, das sich auf ein Thema bezieht, dann ist es offensichtlich, daß das Weitertragen der Botschaft ganz oben auf der Liste steht. „Entwicklung der Gemeinschaft“ ist eine der größten Abteilungen in den Archiven. Die ersten Kontakte mit neu gegründeten NA-Gemeinschaften sind nicht immer als Kontakte mit NA-Gemeinschaften erkennbar. Oft schreibt ein Psychiater oder Geistlicher, der irgendwie an NA-Literatur gekommen ist, aber nicht genau versteht, was NA ist, an das WSO und bittet um Geldspenden oder Gebete für die leidenden Süchtigen in seiner Gemeinde. Aber genau das sind die Anfänge, wie NA an einer neuen Stelle Wurzeln geschlagen hat und gewachsen ist. die Archive enthalten Erstkontakte mit NA-Gemeinschaften in Australien, Brasilien, Ecuador, Frankreich, Island, Irland, Italien, Japan, Mexiko, Neuseeland, Peru, Sri Lanka, Schweden und Südkorea.
Was bedeutet dieses Material unserer Gemeinschaft heute?
Wie Steve in seinem Abschlußbericht feststellt, ist das „Material
von unschätzbarem Wert.... In Anbetracht der Position des WSO, als
Treuhänder für das geistige Eigentum der Gemeinschaft zu fungieren,
ist der Brief vom Weltdienstbüro der AA, in dem die Erlaubnis erteilt
wird, ein großartiger Fund... Ebenso bedeutet der Besitz des Materials
einen unschätzbaren Wert, weil er den Hintergrund der Diskussionen
um die Konzentration auf spezifische Substanzen und die Änderung am
ersten Schritt erklärt....“Viele haben über die Anfänge
von NA, über die Gemeinschaft in den 50er und 60er Jahren gesprochen,
aber es gibt wenige, die dabeigewesen sind und die Material haben, das
aus dieser Zeit stammt. Nun hat die Gemeinschaft durch das WSO historisches
Material, das bis zur Gründung von NA und seine Anfänge zurückreicht.
„Aber das vielleicht Wertvollste - wenn auch nicht in materieller Form - ist der Hinweis, der in diesem Material auf den Mann gefunden wurde, der dieser Gemeinschaft in den ersten dreißig Jahren gedient hat. So wie es mit den meisten Pionieren ist, hatte auch er Lästerer, Leute, die ihn zum Idol machten und von ihm erwarteten, daß er mehr als ein Mensch war und Leute, die glaubten, daß er seinen Einfluß mißbrauchte oder viel zu oft seine Kompetenzen überschritt. Wir wollen es den einzelnen Lesern selbst überlassen, das herauszufinden und sich ein Urteil darüber zu bilden, aber es wird dennoch deutlich, daß Jimmy K. ein Visionär war, dessen Leben sich darum drehte, anderen zu helfen, damit sie finden konnten, was er hatte: Freiheit von aktiver Sucht.
In einem Wort, Kontinuität. Jeder, der in NA Dienst macht, trägt dazu bei, daß die Botschaft weitergetragen wird - intakt - an die nächste „Generation“ von Neuen.
Das ist es, womit sich diese Ausgabe des NA Way befaßt - wie sich die Botschaft der Genesung entfaltete und nun schon fast fünfzig Jahre lang von Süchtigem zu Süchtigen weitergegeben wurde. Sicher, einige Dinge haben sich geändert, was die Präsentation der NA-Botschaft anbelangt. Einige Punkte wurden stärker herausgestellt und vieles wurde hinsichtlich der täglichen Genesung offenbart, aber die Essenz der Botschaft - daß kein Süchtiger, der Genesung sucht, zu sterben braucht, ohne die Chance gehabt zu haben, eine bessere Art zu leben gefunden zu haben und daß diese bessere Art zu leben, in NA gefunden werden kann - hat sich nicht ein bißchen geändert, seit sich die Gründer von NA das wünschten und es 1953 in Bewegung setzten
Diese Gründer sind wichtig. Denn es ist ihnen zu verdanken, daß viele von uns noch Leben und heute clean leben. Viele Jahre lang wußte NA als Ganzes nicht viel über seine Ursprünge, aber das ändert sich nun mit der Aquise des WSO, die einige wichtige Aufzeichnungen über die Anfänge von NA enthält. Wir können nun endlich unsere Geschichte im Detail erforschen, und sehen, wie die Entscheidungen, die über die Jahre hinweg gemacht wurden, uns dahin gebracht haben, wo wir heute sind. Wir können endlich mit Sicherheit sagen und es dokumentarisch belegen, daß eine bestimmte Person in einem bestimmten Meeting anwesend war oder an einer bestimmten Entscheidung beteiligt war, die ein bestimmtes Ergebnis zur Folge hatte.
Wir haben nur an der Oberfläche gekratzt. Wie Ihr in den Sonderartikeln dieser Ausgaben sehenwerdet, müssen wir noch einen langen Weg gehen, bevor wir die Geschichte von NA unserer Gemeinschaft allgemein zur Verfügung stellen können. Es wird mit Sicherheit Sonderausstellungen von andenken im WSO geben, aber es wird auch eine „transprotable Ausstellung“ für unsere Mitglieder geben, die nicht nach Chatsworth in Kalifornien reisen können. Wie es oft der Fall ist, wird mehr darüber offenbart werden und wir werden es Euch wissen lassen, wenn wir mehr darüber herausfinden.
Änderungen im Magazin
Als Antwort auf die Eingaben aus der Gemeinschaft, diskutierte der
Redaktionsausschuß die Idee „Potraits betrauter Diener“ und man kam
überein, daß es unangemessen wäre und auch nicht im Sinne
des Geistes von selbstlosem Dienst, eine Einzelperson für besondere
Ehren herauszusuchen. Trotzdem wollte der Ausschuß die Idee nicht
gänzlich fallen lassen, da es der Meinung war, daß jeder Betraute
Diener und jede betraute Dienerin wichtig ist. Jeder und jede bringt etwas
besonderes mit in ein dienendes Amt, das er oder sie annimmt und die Erfahrung,
die durch das Dienen gesammelt wird, ist von großer Wichtigkeit.
Wie könnte diese Erfahrung erfaßt und mit anderen auf den Seiten
des NA Way geteilt werden?
Die Antwort, auf die der Ausschuß kam, ist, eine Sparte einzuführen, in der ein betrauter Diener zu Wort kommen kann - fast so etwas, wie ein schriftlicher Arbeitskreis für ein Servicethema oder für einen Serviceaspekt. Genaueres darüber erfahrt Ihr auf Seite 15, in dem Artikel von Spence „Warum mache ich Service?“. Wir bringen diese Sparte regelmäßig, vielleicht nicht in jeder Ausgabe, aber sicherlich ein oder zweimal im Jahr. Also laden wir Euch noch einmal dazu ein, Euere Rückmeldung dazu zu abzugeben. Wenn Ihr also jemanden kennt, der oder die eintweder dazu bereit ist, über seine oder ihre Erfahrung als betrauter Diener/Dienerin zu schreiben oder ein Interview dazu zu geben, dann schreibt uns bitte seinen oder ihren Namen zusammen mit einigen Einzelheiten, warum Ihr denkt, daß diese Person einige wertvolle Serviceerfahrungen zu teilen hat. Wir warten auf Euere Post.
Cindy T., Redakteurin
Eines wollte ich aber noch vorschlagen; druckt doch die Zwölf Schritte und Zwölf Traditionen und vielleicht auch die Zwölf Konzepte für Service (eine Menge Artikel handeln ja von Service) irgendwo im Magazin ab.
Als eine langjährige Abonnentin des „alten“ Magazins, bin ich froh, daß die Änderungen gut sind und nicht nur um der Änderung willen gemacht wurden.
Mir gefiel insbesondere der Artikel mit der Überschrift „Das Privileg der Selbsterhaltung: Wer ist verantwortlich für die Dienste in Na?“ Nachdem die Leute das gelesen haben, wird hoffentlich der sprichwörtliche „Dollar-im-Spendenkorb“ ein bißchen mehr werden. Meine Gruppe zahlt im Monat 55 Dollar für die Miete und in manchen Monaten können wir das kaum aufbringen. Oft bezahlen einzelne Mitglieder die Literatur, den Kaffe und andere einfache Vorräte. Wir haben drei Meetings in der Woche mit ungefähr sechs bis zehn Leuten pro Meeting. Wir sollten mehr einnehmen. Ich bin auch froh, daß unsere Gelder jetzt anders fließen. Meine Gruppe trennte sich kürzlich von einem Gebiet, weil, wie wir es sehen, eine Bruch von Tradition Zwölf stattfand und jetzt können wir direkt an die Region und die Weltdienste spenden, wenn wir Geld übrig haben.
Gut, ich glaube, das ist genug für heute. Ihr könnt das gerne abdrucken. Es ist noch nie etwas von mir veröffentlicht worden. Ich denke daran, später auch einen humoristischen Artikel zu schreiben, aber ich habe so viel davon (Humor, meine ich) um mich herum, daß es schwierig ist, etwas auszusuchen, über das ich schreiben will.
Keleen C., Texas
Liebes NA Way,
Hallo, ich bin vor kurzen zum Gruppenrepräsentanten für
eine meiner Gruppen gewählt worden. Ich war auf einer GSK. Auf der
letzten GSK wurde eine Ankündigung über das NA Way gemacht, die
mich schwer enttäuschte.
In den frühen, sehr frühen Tagen meiner Genesung hat der Sekretär meiner Stammgruppe einige alte Ausgaben des Magazins mitgebracht. Seitdem habe ich einen ganzen Stapel von Ausgaben gesammelt und einige sind sogar aus dem Jahr 1989. Ich habe ziemlich oft darin gelesen und bin bis Februar 1994 gekommen. Kürzlich habe ich mich dazu entschlossen, das Magazin zu abonnieren.
Nachdem ich das Bestellformular eingeschickt hatte, erfuhr ich, daß sich das Format völlig geändert hatte. Es sieht jetzt wie ein Mitteilungsblatt aus und nicht wie das Magazin mit dem attraktiven Cover, an das ich gewöhnt war. Ich weiß, daß Veränderungen gut sind. Ich habe das durch Schreiben und Arbeit in den Schritten gelernt. Ich hoffe nur, daß das auch darauf zutrifft.
Ich bin auch sehr enttäuscht darüber, daß das NA Way nur vier Mal im Jahr herauskommt. Ich habe mich sehr gefreut, daß die vorherige Version jeden Monat ins Haus kam. Ich weiß nicht, warum diese Änderungen vorgenommen wurden. Ich hoffe nur, daß ich immer noch Artikel lesen kann, die von Süchtigen geschrieben wurden, die ihre Erfahrung, Kraft und Hoffnung teilen. Ich habe viel von ihnen gelernt. Nachdem ich einen Artikel über „Brieffreunde“ in Florida (NA Way, November 1994)gelesen hatte, begann ich auszukundschaften, wie ich etwas ähnliches hier in Buffalo, New York anfangen könnte. Wenn es das NA Way nicht gegeben hätte, dann hätte ich niemals an Brieffreunde in Florida geschrieben und selbst keine tolle Brieffreundschaft entwickelt. Ich möchte Euch dafür danken, daß Ihr mir ermöglicht habt, daß ich das Magazin, so, wie es früher war, lesen konnte. Ich hoffe, daß ich eine beständige, zufriedene Abonnentin werde. Viele andere genesende Süchtige haben die Möglichkeit, die Artikel zu lesen, so wie ich und daraus Erfahrung, Kraft und Hoffnung für ihre Genesung zu schöpfen.
Heather F., New York
Das NA Way Magazin begrüßt Briefe von allen Lesern. Leserbriefe können sich auf jeden Artikel beziehen, der im NA Way erschienen ist. Sie können aber auch ganz einfach eine Stellungnahme zu einem Thema sein, das für die NA-Gemeinschaft von Interesse ist. Die Briefe sollten nicht mehr als 250 Wörter haben und wir behalten uns das Recht vor, sie zu redigieren. Alle Briefe müssen eine Unterschrift, eine gültige Adresse und Telefonnummer aufweisen. Der Vorname und der Anfangsbuchstabe des Nachnamens werden in der Unterschriftszeile abgedruckt, außer der Verfasser oder die Verfasserin möchte seine/ihre Anonymität wahren.
Zusammen mit Frank und Doris C., Guilda K., Paul R., Steve R.
und anderen, gründete Jimmy K. Narcotics Anonymous in Südkalifornien.
Er und diese Mitglieder hielten ab dem 17. August 1953 eine Reihe von Meetings
ab, um das zu organisieren, was damals „San Fernando Valley Narcotics Anonymous
and Alcoholics Anonymous“ genannt wurde. Das erste dokumentierte Genesungsmeeting
in Südkalifornien fand am 5. Oktober 1953 statt.
Jimmy ist aus mehreren Gründen eine Schlüsselfigung in der Geschichte von NA. Er schrieb mehrere Teile des Kleinen Weißen Büchleins, von denen der bekannteste der Abschnitt „End of the Road“ ist. Er entwarf das NA-Logo (es wurde später von der WSC abgeändert). Er diente als freiwilliger Manager des WSO zu der Zeit, als es 1983 gegründet wurde.
Jimmy K. lebte von 1911 bis 1985. Die letzten 36 Jahre seines Lebens verbrachte er als cleanes und genesendes Mitglied von Narcotics Anonymous.
Wie kam es dazu, daß unsere Schritte so verändert wurden, wie sie jetzt sind? Wie entstand die Servicestruktur? Wer war Jimmy K. Warum ging die Gemeinschaft in den 50er Jahren beinahe ein? Was ist die Geschichte des Basic Text?
Diejenigen von uns, die in der glücklichen Lage sind, einen Oldtimer zu kennen, jemanden, der schon da war, als einige dieser Ereignisse stattfanden, haben wunderbare und fesselnde Geschichten über diese Zeiten gehört. Wir lauschten eifrig, fasziniert davon, wie diese Ereignisse von gewöhlichen Mitgliedern, wie wir selbst, in die Wege geleitet wurden.
Aber diese Geschichten sind Erinnerungen und sogar die verblaßteste Tinte ist besser, als das beste Gedächtnis. Warum haben wir also noch keine schriftlich dokumentierte Geschichte über unsere Gemeinschaft?
Eine Geschichtsprojekt ist seit Jahren geplant, es wurde aber aus verschiedenen Gründen nie vorangetrieben. Erstens verblieben die schriftlichen Aufzeichnungen und Dokumentationen über die Anfänge in den Händen einzelner Mitglieder. Es existierte keine zentrale Erfassungsstelle, bis das WSO Mitte der 80er Jahre begann, die Aufzeichnungen über die Entwicklungsgeschichte von NA zu sammeln. Seither haben viele Einzelpersonen, die Aufzeichnungen über die Geschichte von NA besaßen, diese Informationen an das WSO gespendet, doch viele andere waren dazu nicht bereit oder wußten nichts davon.
Zweitens war die Gemeinschaft stark von anderen wichtigen Projekten in Anspruch genommen, wie die Entwicklung von Genesungsliteratur und Servicematerialien; auch überstieg unser rapides Wachstum ganz einfach unsere Kapazitäten, all die Dinge zu tun, die getan werden sollten.
Und schließlich haben wir ganz einfach nicht das Geld dafür gehabt, all die Materialien zu katalogisieren, die wir hatten und die wir immer noch bekommen und jemanden anzustellen, alles gegenständlich zu Papier zu bringen.
Geschichte ist, wer wir sind und warum wir so sind, wie wir sind. Es ist sehr wichtig zu sehen, wie wir waren und uns den Weg anzuschauen, den wir zusammen als Gemeinschaft gegangen sind. Wir müssen eine Menge über uns selbst lernen und wir sollten es aus unserer Vergangenheit lernen - so, wie alles wirklich passiert ist, ohne Beschönigung und ohne sich auf Erinnerungen zu verlassen. Sind wir denn schon bereit? Das hängt alles davon ab, wie viel wir wirklich wissen wollen.
Ich kam aus einer dysfunktionalen Familie, in der Alkohol die Hauptdroge war. Ich war mir aber immer sicher, daß ich nie wie mein Vater, der Alkoholiker, werden würde. Natürlich wußte ich nichts über meine genetische Veranlagung und meine Suchtstruktur.
Nach dem College bekam ich einen guten Job als Lehrer in einer kleinen Schule. Mehre Jahre später fand ich einen Arzt, der mir einige Medikamente gab, durch die ich mich wirklich viel besser fühlte, als je zuvor. Da die Pillen von einem Arzt waren, schien mir nichts Verkehrtes daran zu sein, daß ich high wurde, wenn ich sie nahm. Die Drogen funktionierten für mich. Sie funktionierten sehr gut für mich.
Nun ja, ein paar Monate später fuhr ich von der Schule nach Hause - als ich high war - und kam in eine ziemlich blöde Kurve in der Straße. Ich steckte viel tiefer in der Drogensucht, als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Ich beschloß zu beten und Gott um irgendeine Einsicht zu bitten. Mein Gebet war etwa so: „Lieber Gott, verschwinde einfach aus meinem Leben und laß mich ein paar Jahre lang zufrieden. Dann tue ich, was Du willst.“ Nachdem ich drüber nachgedacht hatte, worum ich gebeten hatte, füge ich als PS hinzu: „Laß nicht zu, daß es mir allzu schlimm ergeht.“
Ich glaubte, ich würde niemals süchtig werden. Trotzdem wurde ich es. Ich brauchte nicht lange, um mir ein High zu erschleichen, und es gefiel mir mehr und mehr. Aus irgendeinem Grund glaubte ich, daß mich die Drogen wirklich zu der Person machten, die ich immer sein wollte. Die Drogen gaben mir Energie und Kraft - Tag und Nacht.
Ich erinnere mich, daß ich ein Lehrbuch für die fünfte Klasse schreiben, reich werden und „richtig leben“ wollte. Ja, und wie es mit allem anderen war, fing ich es an und führte es nie zu Ende. Das Buch gelangte nie zum Verleger. Statt dessen verbrannte ich eines Tages den Entwurf, als ich high und verzweifelt war. Das war etwas, was immer öfter passierte. Statt mich gut zu fühlen, wenn ich high war, fühlte ich mich am Ende schlecht.
Von Zeit zu Zeit fragte ich mich sogar, ob ich nicht vielleicht süchtig war. Natürlich wußte ich, daß ich auf keinen Fall wie mein Vater sein konnte (ich befand mich noch in der Leugnung), aber mein Leben lief immer mehr aus dem Ruder und die Veränderungen verursachten kleine Risse in der Mauer meiner Leugnung.
Eines Tages stand ich ohne meinen Job als Lehrer da. Zu diesem kleinen Beschäftigungsproblem kam, daß meine Frau mit unserem zweiten Sohn schwanger war. Ich beschloß, daß Gott wollte, daß ich Jugendleiter in einer Kirche wurde. Ich versuchte viele Male einen solchen Job zu kriegen, aber ich bekam jedes Mal ein „Nein“ zu Antwort. Ich erinnere mich an einen Sonntag, an dem ich wieder einmal ein „Nein“ erhalten hatte und meiner Frau erzählte, daß es wirklich schwierig war, wenn nicht einmal Gott mich haben wollte.
Ich hatte immer ein unglaublich großes Bedürfnis danach, gebraucht und gewollt zu werden. Haben wir das nicht alle!
Es war ungefähr um diese Zeit, daß ich bemerkte, daß in meinem Leben immer wieder dieselben Muster auftraten, die auch im Leben meines Vaters zu sehen waren. An diesem Punkt, wo meine Frau schwanger war und ich keinen Job hatte, war aber alles, was ich tun konnte, zu nehmen, damit ich mich besser fühlte.
Ich erinnere mich heute gut an jede Einzelheit der Ereignisse 1967, an den Tag, als unser Sohn geboren wurde. Ich rief meine Mutter an und fing an zu weinen. Ich war total stoned. Aber ich erinnere mich Wort für Wort an unsere Unterhaltung.
Ich erzählte meiner Mutter, daß ich nicht wußte, was mit mir los war. Meine Mutter aber kannte das Problem. Und sie ließ mich darüber nicht im Unklaren! Sie sagte, „Bill, es sind diese verdammten Medikamente!“ Und „verdammt“ war bei meiner Mutter ein schlimmes Schimpfwort.
Na ja, da meine Mutter von meinem Drogennehmen wußte, beschloß ich, daß es an der Zeit war, aufzuhören. Zeit, damit aufzuhören, bevor ich süchtig wurde. Ich wußte irgendwie daß ich mir was vormachte, aber es sollte mir ja keiner erzählen, daß ich ein Süchtiger war.
Also hörte ich auf. Aber ich ging nicht in Meetings. Eigentlich wußte ich nicht, daß es NA gab. In bildete mir ein, daß ich ganz einfach keine Hilfe nötig hatte - wenn ich ganz einfach nichts mehr nehmen würde.
In der Zeit zwischen 1967 und 1970 schaffte ich es, achtzehn Monate clean zu bleiben. Ich schaffte es auch, einen Job beim State Hospital als Suchtberater zu bekommen. Zu der Zeit war ich mir absolut sicher, daß ich den Job hatte, den Gott wirklich für mich vorgesehen hatte.
Eines Tages, Anfang 1972, fing ich an Muskelrelaxantien, zu nehmen, die ich auf einer der Stationen auf der Arbeit bekam. Die Schwester, die sie mir gab, war eine gute Freundin und glaubte, sie tue mir einen Gefallen. Unglücklicherweise fing ich an sie - und auch andere Medikamente - massiv zu schlucken. Ich erinnere mich sogar noch an einen Ausflug zum Fischen, wo ich Medikamente nahm, um durch die Nacht zu kommen. In den folgenden drei Monaten nahm ich mit Unterbrechungen Drogen. Ich bekam allmählich Probleme bei der Arbeit mit meinen Patienten. Ich kann mich erinnern, wie ich mir selbst sagte, daß sie gefälligst das zu tun hatten, was ich ihnen sagte, und nicht das, was ich tat.
Ich gehe heute immer noch regelmäßig zu NA, weil mir die Schritte ein glückliches Leben ermöglichen. Die Schritte und die Leute bei NA haben mir zu einer Reihe von Einsichten verholfen und Empfehlungen für die Genesung gegeben, die ich sehr gerne teilen möchte:
Bill B., Missouri
Man hätte nie gedacht, daß ich aufwuchs, und süchtig wurde.
Eine Reihe von Vorfällen brachte mich dazu, die erste Droge zu nehmen, als ich gerade in der fünften Klasse war. Ich war verwirrt, ängstlich, depressiv und ohne Hoffnung. Ich konnte nicht schlafen. Ich hatte oft gehört, daß man auf Alkohol gut schlafen kann. Ein Satz aus einem Buch, das ich über das Leben von Michelangelo gelesen hatte, ging mir nicht aus dem Kopf: „Trink, ich werde dir Schlaf schenken. Und wenn du erwachst, wird der Schmerz nicht mehr so schlimm sein....“ Ich konnte eine solche wissenschaftliche These nicht in Frage stellen. Sie klang so klar; sie war so einfach.
Also trank ich.
Ich werde nie das warme, wohlige, prickelnde Gefühl vergessen, das sich einstellte, als ich das erste Mal etwas nahm. Ich hatte keine Ahnung, daß ich es in der Zukunft fürchten lernen würde.
Ich trank mich von da an fast jeden Abend in den Schlaf. Fast drei Jahre lang ließ ich mich von einer Flasche Alkohol in den Schlaf wiegen. Wenn ich als Babysitter arbeitete, sorgte ich dafür, daß ich die Kinder mindestens eine Stunde vor der Rückkehr ihrer Eltern ins Bett gebracht hatte, damit ich die Hausbar plündern konnte. Wenn es niemand mitbekam, mogelte ich mir ein bißchen Irish Cream in meinen Kaffe, bevor ich in den Schulbus stieg. Die Flasche war auch mein Wecker geworden.
Als ich in der achten Klasse war, brachten mich meine Eltern wegen Depressionen in eine Therapie, nachdem ich versucht hatte, Selbstmord zu begehen. Ich war auf Prozac und meine Eltern hatten alle Alkoholvorräte aus dem Haus geschafft, da sie den Verdacht hatten, daß ich trank.
Ich haßte das Prozac. Es ließ mich nachts nicht schlafen. Also suchte ich mir andere Patienten, die bereit waren, ihre Medikamente gegen mein Prozac einzutauschen. Ich kriegte auch Tips von anderen Patienten, wie man Reinigungsmittel schnüffelt oder trinkt, je nach dem, in welchen Zustand man sich versetzen möchte. Diese Therapie wäre für jeden Teenager, der in der aktiven Sucht steckte, ein Paradies gewesen. Und alles kostete einen nur die Rezeptgebühr für die Medikamente.
Dann, an einem Wochenende, erwischte mich meine Kusine, wie ich Lösungsmittel trank. Meine Eltern fanden Nagellackentferner unter meiner Matratze und mein Inhaliergerät aus der Grundschule, leer, in meiner Schublade. Ich wurde aus der Depressionstherapie herausgenommen und in eine Drogentherapie gebracht.
Die Patienten dort schienen genauso zu sein, wie die in dem Krankenhaus, bis ich herausfand, daß sie alle clean waren. Um alles noch verwirrender zu machen, weigerten sie sich, mit mir zu sprechen, bis ich einwilligte, selber clean zu bleiben. Um clean zu bleiben, mußte ich mich öffnen und über Genesung zu reden.
Bei meinem ersten NA-Meeting wurde ich Gruppenrepräsentantin einer Gruppe für junge Leute. Ich hatte natürlich keine Ahnung, war ein Gruppenrepräsentant war, aber was hatte ich zu verlieren? Ich war neu im Programm. Was gab es besseres, um sich dazugehörig zu fühlen, als sich zu engagieren?
Ich bin nun seit mehr als achtzehn Monaten clean im Programm. Ich habe viele Süchtige durch die Tür kommen sehen, nervös und verwirrt. Ich habe gesehen, wie dieselben Leute zu liebevollen, fürsorglichen und dankbaren Mitgliedern wurden. Ich habe eine liebende, vergebende Höhere Macht gefunden, der ich immer vertrauen kann. Ich habe viele wunderbare Freunde gefunden, die immer da sein werden, wenn ich sie brauche. Ich habe eine Sponsorin gefunden, mit der ich teilen und von der ich lernen kann. Ich habe gelernt, daß ich nicht alleine bin und daß es Hoffnung gibt. Ich habe eine Welt jenseits der Drogen entdeckt, die voller Gefühle, Vielfalt und Wachstum ist. Ich lerne zu lieben, Respekt zu haben und mich selbst zu akzeptieren, als diejenige, die ich bin. Ich habe entdeckt, daß ich einfach nur für Heute clean bleiben kann. Ich fühle die Dankbarkeit und Liebe des Programms in mir aufsteigen, jedesmal, wenn ich die Botschaft weitergebe.
Es gibt auch Zeiten, wo ich mich ungerecht behandelt fühle. Ich meine, ich bin ein sexsüchtiger Teenager, der nach chemischen Substanzen süchtig ist, schwer depressiv und bisexuell - ganz zu schweigen davon, daß ich ein erstgeborenes Kind bin. Ich muß mich einfach ab und zu ein bißchen über mein schweres Schicksal beklagen.
Trotzdem gibt es mehr als genug, wofür ich dankbar sein kann. Gott hat mir Hoffnung gegeben. NA hat mir gezeigt, wie ich leben kann. Andere Süchtige haben mir bewiesen, daß ich nicht alleine bin. Ich bin heute clean.
Cady K., Minnesota
Ich bin überzeugt, daß sich Sucht in vielerlei Hinsicht zeigen kann, die absolut nichts mit Drogen zu tun hat. Wenn ich in meinem Leben für eine bestimmte Zeit bei meinen Handlungen ständig die Prinzipien außer Acht lasse, dann bin ich mitten in der aktiven Sucht. Das heißt nicht, daß wir perfekt werden müssen. Das weiß ich sehr wohl. Aber ich bin überzeugt davon, daß es in meiner Genesung Zeiten gegeben hat, wo ich Freiheit von aktiver Sucht in allen Bereichen meines Lebens erfuhr.
Die Frage ist nun: Wie frei willst du sein? Ich glaube, daß unser Programm uns unbegrenzte Freiheit gibt, nur für Heute. Ich weiß, daß es uns die Möglichkeit zu wählen gibt.
Nur für heute müssen wir keine Drogen mehr nehmen. Das ist, an und für sich, eine Gnade, aber eine komplette Persönlichkeitsveränderung beinhaltet sehr viel mehr. In den Momenten, wo ich die Freiheit, die uns unsere Schritte bieten, erleben durfte - nein, Worte können nicht das Gefühl beschreiben, wie es ist, eine bewußte Verbindung mit meiner Höheren Macht zu haben.
Die Freiheit, die man in NA erreichen kann, lediglich auf die Freiheit von Drogen zu reduzieren, hieße, die Genesung einzuschränken, die Gott, wie wir ihn verstehen, einem jeden von uns anbietet. Wir können es uns nicht leisten, uns darüber im Unklaren zu sein. Sie ist für alle von uns erreichbar.
Mary W., Ohio
Alle sagten mir, ich solle wiederkommen. Ich verstand nicht, warum sie lächelten. Ich glaubte nicht, daß ich bleiben würde, obwohl ich es wollte. Ich traute mir selber ganz einfach nicht. Mein Lebenslauf bewies, daß ich Versprechen machen, sie aber nie einhalten konnte.
Ich nahm einen Sponsor. Er sagte mir, ich könne es schaffen. Ich fing an Freundschaften zu schließen und ich hörte zu. Ich hörte von Vertrauen. Man sagte mir, ich sollte Vertrauen entwickeln, einfach glauben.
Als die Zeit verging, geschah ein Wunder. Ich fing an zu lächeln. Der Zwang, Drogen zu nehmen, war von mir genommen worden. Das Ding mit dem Vertrauen war gar nicht so schlecht, dachte ich. Ich besaß nur wenig davon, aber es schien genug zu sein. Jeden Tag, den ich clean blieb, wuchs mein Vertrauen.
Die Zeit verging. Ich arbeitete die Schritte. Ich las in der Literatur. Ich machte Service. Ich benutzte meinen Sponsor.
Jetzt, vier Jahre später, muß ich mich auf das verlassen, was ich in meiner Anfangszeit gelernt habe. Ich muß heute Vertrauen haben und glauben, so, wie ich es damals getan habe.
Ich habe mehr als einen Monat nicht gearbeitet. Ich mache meine Fußarbeit, glaube, daß meine HP für mich sorgt. Ich kündigte meinen letzten Job nach Monaten von Gebet und Meditation. Es war dort eine sehr schlimmer Mißbrauchssituation entstanden. Ich hatte Angst zu gehen, aber ich mußte es tun. Ich kündigte und jetzt suche ich einen neuen Job. Meine HP hat bis jetzt für mich gesorgt und ich weiß, sie wird es weiterhin tun, wenn ich die Fußarbeit mache.
In der Genesung habe ich gelernt, daß das Leben einfach passiert, und so auch die Probleme. Meine ersten neunzig Tage lehrten mich, zu glauben und zu beten. Das einzige Versprechen, das NA macht, ist in meinem Leben in Erfüllung gegangen. Freiheit von aktiver Sucht ist nur der Anfang. Alles, was ich tun muß, ist, hinzugehen, clean zu bleiben und zu glauben. Alles andere wird sich dann ergeben.
John L., New York
Durch NA haben ich einen Weg gefunden, mit diesem Gefühlen fertig zu werden. Ich habe eine Methode gefunden, wie ich meine Charakterfehler durch die Zwölf Schritte, eine Höhere Macht und selbstlosen Dienst an anderen im Zaum halten kann. Ich habe gelernt, daß ich fähig bin, das Wachstum meiner Selbstzentriertheit dadurch aufzuhalten, indem ich mich auf die Bedürfnisse eines anderen Menschen konzentriere. Ich kann mein zügelloses Ego mit der Bereitschaft, anderen zuzuhören und zu hören, was sie zu sagen haben, bändigen. Ich entdeckte, daß ich durch die Kapitulation vor meinem Selbstmitleid zur Realität zurückfand, zum Leben zu seinen Bedingungen.
Ich lernte, daß das 3.-Schritt-Gebet - „Nimm meinen Willen und mein Leben, führe mich in meiner Genesung und zeige mir, wie ich leben kann“ - nicht bedeutet, daß ich mich der Verantwortung für meine Handlungen entziehen kann. Es ist eine aktive Wahl, die ich treffe, meine alten Handlungsweisen und Verhaltensweisen aufzugeben (nimm meinen Willen und mein Leben), und als Gegenleistung in die Richtung geführt zu werden, wie ich mein Potential ausschöpfen kann (führe mich in meiner Genesung), und daß ich das Leben wieder zurückerhalten kann, das ich durch Drogenmißbrauch weggeworfen haben, weil es mir Schmerzen bereitete und Angst machte (zeige mir, wie ich leben kann).
Das Leben fing an, für mich eine Bedeutung und einen Sinn zu haben, als ich lernte, diese einfachen Prinzipien anzuwenden. Viele Süchtige machten ähnliche Erfahrungen mit diesen Prinzipien. Wenn wir finden, daß das Leben uns überfordert und unsere Höhere Macht anscheinend nicht in unserem Leben wirkt, kann uns dieses einfache Gebet wieder die Richtung weisen. Es kann uns dazu bringen, über diejenigen Aspekte in unserem Leben nachzudenken, die sich gegen diese Prinzipien richten und wir können von dem Wahnsinn befreit werden, nach den alten Verhaltensweisen zu handeln. Wahre Freiheit erhalten wir dann, wenn wir uns einer Macht, größer als wir selbst, übergeben und uns unseres ganzen Potentials als menschliche Wesen bewußt werden.
Michael R., Kalifornien
Ich verbrachte Jahre damit, durchs Leben zu laufen, mit rosaroten Brillengläsern auf der Nase und versuchte, die Realität auszutricksen. Mein Leben war absurd und voller Leugnung.
Meine Höhere Macht intervenierte und gab mir einen sanften Stoß in die richtige Richtung. Ich fand zu NA und fand einen Sponsor.
Ich kriege einen Kick, wenn ich mein Leben mit diesem wundervollen Mann teile. Er ist auch ein Süchtiger und er ist bereit, die Freuden und den Schmerz des Lebens zu teilen. Zusammen finden wir Lösungen für das Leben zu seinen Bedingungen. Wir respektieren und lieben einander wirklich.
Heute bin ich frei, dank NA.
Mike H., Illinois
Meine erste WSC war 1992. Ich hatte kein Amt oder so etwas. Ich kam einfach nur um zu schauen. Ich teilte zehn Tage lang ein Zimmer mit sechs anderen Leuten und war begeistert. Barbara J. war die WSC-Vorsitzende in diesem Jahr und ihre Fähigkeit zu führen, während sie diente, war ehrfurchterweckend. Ich durfte die Stimmen zählen und an einigen Komiteemeetings teilnehmen. Ich war Zeuge, wie die Zwölf Konzepte für NA-Service und das Meditationsbuch Nur für Heute genehmigt wurden. Ich war sehr beeindruckt und sehr befangen.
Ich lernte so viele nette und spirituelle Leute aus der ganzen Welt kennen. Einige von ihnen sind gute Freunde von mir geworden. Ich habe seither jede WSC besucht und jedes Vierteljahresworkshop.
Ich war auf der WSC’93 in Van Nuys, wieder als Beobachter. Mir wurde klar, daß eine besondere Art von Service nötig war, für den es keine Aufgabenbeschreibung und keine Amtsbezeichnung gab. Zehnminütige Pausen wurden auf fünfzehn, zwanzig oder dreißig Minuten ausgedehnt. Das wurde langsam zu einem Problem. Man kam mit der Agenda in Verzug und bei 42 Dollar pro Minute (eine Zahl, die vom WSC-Schatzmeister auf irgendeiner Konferenz genannt wurde - und sie kommt den Tatsachen sicherlich ziemlich nahe) für die Ausrichtung einer WSC, sind das sehr teuere Pausen.
Da ich sehr große Erfahrung im Schauspielern und Singen habe, und da ich ein ziemlich starkes Zwerchfell und die nötige Luft habe, wurde ich der erste selbsternannte WSC-Foyerwächter. Ich beobachtete genau, wann die Pausen enden sollten und ging dann durch die Lobby und brüllte das Countdown wie ein Regisseur: „Fünf Minuten!“... “Zwei Minuten, jeder!“ ... und dann, „It’s SHOWTIME!!!“
Die Konferenzteilnehmer waren nicht unrecht; sie brauchten bloß eine „kleine“ Erinnerung, wann die Pause vorbei war. Ich war die Pausenklingel auf der Konferenz. Mehrere Leute, einschließlich der Vorsitzende, kamen zu mir und bedankten sich. Dadurch bekam ich das Gefühl, dazuzugehören und das Gefühl, zu dienen. Andererseits waren auch einige Leute verärgert. „Wer ist dieser Typ? Und warum trägt er so ein schlechtes Toupet?“ Ich konnte sie leicht ignorieren. Die Konferenz begann sich auf meine Arbeit zu verlassen und ich bekam sogar den Spitznamen „Showtime“.
Im folgenden Jahr (auf der WSC’94) kam ich als RSR (jetzt RD) einer neu gegründeten Region wieder. Meine Erfahrungen als Teilnehmer auf der Konferenz waren völlig anders als die, die ich als Zuschauer auf der Galerie gemacht hatte. Ich lernte eine Menge dazu und gewann eine größere Wertschätzung für die überwältigende Anzahl von Dingen, die beim Service auf Weltebene eine Rolle spielen. Die wichtigste Lektion, die ich in Atlanta lernte, war, die Arbeit zu machen und das Ergebnis loszulassen. Ich sah, wie die Arbeit von einigen betrauten Dienern in Stücke gerissen wurde und trotzdem blieben sie als Person heil. Sie begriffen den Unterschied zwischen der Arbeit und sich selbst. Die Attacken waren nicht persönlich (nicht unbedingt), sie entstanden nur aus einer Meinungsverschiedenheit über die Art, wie die Arbeit gemacht werden sollte.
Ich habe seither im WSC PI-Komitee und in der Resolution Group Service gemacht. Beides hat sich sehr gelohnt und war sehr aufschlußreich.
Warum mache ich Service? Es wäre nicht völlig ehrlich, wenn ich sagen würde, daß ich es nur aus der Güte meines Herzens heraus tue. In mancher Hinsicht tue ich es, weil ich es muß - so wie Schriftsteller schreiben, weil sie schreiben müssen. Irgendwie ist es, als ob man „gerufen“ wird. Es gibt nicht viele, die bereit sind, Zeit, Geld und andere Möglichkeiten zu opfern, um bei Narcotics Anonymous Dienst zu machen, insbesondere nicht bei den Weltdiensten. (Der Dienst auf Weltebene ist nicht grundlegend anders, was den spirituellen Wert oder sonst was anbelangt, aber die Zeit und das Geld, was er einem abverlangt, ist bei weitem mehr, als auf anderen Ebenen des Dienstes.)
Ich habe die Servicearbeit als tiefe Befriedigung erfahren und als eine persönliche Bereicherung. Die Fähigkeiten, die ich erworben habe, waren mir bei meiner Karriere von Nutzen und umgekehrt. Die persönlichen Lektionen, die ich gelernt habe, machten mich zu einem besseren Menschen und einem effektiveren betrauten Diener bei meiner lokalen NA-Gemeinschaft. In mancher Hinsicht würde ich sogar behaupten, daß ich durch die Servicearbeit ein besserer Ehemann und Vater geworden bin.
Es liegt etwas unglaublich befriedigendes darin, jemandem zuzuhören, der sich über die Weltdienste ereifert und ihm dann mit einer ruhigen, beschwichtigenden Stimme zu erzählen, wie es dort wirklich zugeht und zu sehen, wie die Feindseligkeit dahinschmilzt. Das passiert nicht jedesmal, aber so, wie in der Genesung, so ist es auch hier das beste, wenn ein Süchtiger mit dem anderen teilt. Ich habe das Gefühl, etwas erreicht zu haben, wenn ich Leuten beibringen kann, wie man einen Projektplan erstellt, so daß sie ein Serviceprojekt erfolgreich durchführen können. Das sind Verhaltensweisen, die ich auf den Konferenzen und auf den Weltdienst-Meetings gelernt habe. Ich werde Service machen, solange ich darum gebeten werde und ich werde es mit Dankbarkeit tun.
Am Schluß der WSC’97, nachdem der Guide to Local Services verabschiedet war, kamen viele RSRs mit einem neuen Servicetitel (Regionaler Delegierter), einem neuen Servicehandbuch und mit vielen Fragen nach Hause. Obwohl einige Regionen seit Anfang der 90er Jahre einige Ideen im GTLS ausprobiert hatten, hatten dennoch die meisten Regionen nur an Informations-Workshops teilgenommen. Nun, nachdem der GTLS als ein genehmigtes Serviceinstrument anerkannt ist, werden mehr Regionen offen für die Einführung von Änderungen in ihrer Servicestruktur.
Regionalversammlungen sind anscheinend eine der ersten Ideen aus dem GTLS, die die Regionen anfangen zu implementieren. Die Berichte aus den Regionen, die jährlich Regionalversammlungen abgehalten haben, sind äußerst positiv.
Regionen, die noch keine Regionalversammlung durchgeführt haben, fühlen sich vielleicht etwas unbehaglich und unwohl bei dem Gedanken, aber es gibt eine Anzahl von Hilfen überall in der Gemeinschaft, die man nutzen kann. Regionaldelegierte, deren Regionen Versammlungen abgehalten haben, können vor solchen Treffen wertvolle Informationen dazu liefern. Es gibt auch viele Mitglieder, die entweder Erfahrungen im Dienst auf Weltebene haben, oder die darüber gut informiert sind, und sie können dabei behilflich sein, die Informationen für das Treffen aufzubereiten oder sie dort vorzustellen.
Wenn eine Region einmal entschieden hat, eine Regionalversammlung abzuhalten, dann sollten vorher die Bedürfnisse der Gebiete und Gruppen innerhalb dieser Region berücksichtigt werden, und zwar im Hinblick auf die Zeit, das Format und die Dauer des Treffens. In den meisten Fällen werden regionale Treffen zwei oder drei Monate vor der Weltdienstkonferenz abgehalten. Die meisten Regionen werden etwas Zeit brauchen, damit ihre Mitglieder den Conference Agenda Report vor dem Treffen durchsehen und diskutieren können. Einige entscheiden sich vielleicht dafür, vor dem Treffen ausführliche Workshops mit den Gruppenrepräsentanten der Region durchzuführen, damit die Gruppenrepräsentanten einen Rahmen haben, in dem sie Fragen zum CAR stellen können. Einige Regionen planen vielleicht ein zweitägiges Treffen, bei dem der erste Tag für Studien und Erklärungen zum CAR vorgesehen ist und der zweite Tag dafür, zu einem Konsens über die Themen im CAR zu kommen. Nach der Feststellung der Bedürfnisse und Wünsche der Gebiete und Gruppen in einer Region, sollte es leicht sein, ein Format aufzustellen, das für diese Region funktioniert.
Wenn die Zeit und Dauer einer Regionalversammlung festgelegt ist, stellt sich die Frage nach dem Veranstaltungsort. Ein zentral gelegener Ort innerhalb der Region ist eine gute Wahl, da er von allen Gruppenrepräsentanten leicht zu erreichen ist. Wenn die Versammlung über zwei Tage geht, dann wäre es ratsam, einen Veranstaltungsort zu wählen, wo die Gruppenrepräsentanten, die über Nacht bleiben müssen, erschwingliche Übernachtungsmöglichkeiten haben. Bei zweitägigen Veranstaltungen können auch ein Abendessen und Genesungsmeetings angeboten werden und/oder die lokale NA-Gemeinschaft kann darum gebeten werden, bei Informationen über lokale NA-Meetings und -Veranstaltungen behilflich zu sein. Für einige größere Regionen bietet es sich möglicherweise an, zwei Regionalversammlungen an verschiedenen Orten abzuhalten, anstatt eine einzige zentral gelegene Versammlung, denn das kann effektiver und kostengünstiger sein.
Ein oft auftretendes Problem ist, daß es sich einige Gruppen nicht leisten können, selbst für die Kosten, die mit der Teilnahme an einer Regionalversammlung verbunden sind, aufzukommen. Als Lösung für dieses Problem stellen einige Regionen Mittel bereit, um diesen Gruppen bei der Unterkunft und Verpflegung unter die Arme zu greifen. Andere entscheiden sich vielleicht eher dafür, ihre Gruppenrepräsentanten von den Gebieten bezuschussen zu lassen; einige Gebiete wählen vielleicht sogar die Möglichkeit, Veranstaltungen zur Finanzierung durchzuführen. Wenn das Bewußtsein für die Wichtigkeit der Regionalversammlungen in der Region wächst, dann beschließen die Gruppen vielleicht, Gelder für die Bezuschussung der Teilnahme ihrer eigenen Repräsentanten an diesen Treffen zur Seite zu legen.
Das nächste, was überlegt werden muß, sind Format und Struktur der Veranstaltung. Gleichgültig, für welche Art von Sitzung man sich entscheidet - seien es kleine Arbeitsgruppen oder offene Foren -, es sollte das Format gewählt werden, welches das offene Gespräch unter den Teilnehmern unterstützt. Die Teilnehmer sollen auch festlegen, wie ihr Gruppengewissen gebildet wird: durch Übereinkunft der Regionalen Delegierten in der Diskussion, oder durch eine formale Abstimmung. Die Versammlung kann auch beschließen, zu Beginn der Sitzung ihren Regionaldelegierten für das folgende Jahr zu wählen, so daß er oder sie schon auf der Versammlung anfangen kann, sich einzuarbeiten. Mit einiger Planung können manche dieser Entscheidungen vor der Versammlung getroffen werden, aber wenn eine Region ihre erste Regionalversammlung abhält, muß sie möglicherweise einige Punkte offen lassen, so daß die Gruppenrepräsentanten herausfinden können, womit sie sich bei ihrer Versammlung am wohlsten fühlen. Eine Region kann auch beschließen, eine zweite Versammlung nach der Weltdienstkonferenz einzuberufen. Eine Nach-Konferenzversammlung kann ein effektives Mittel sein, wie die RDs die Gruppen darüber informieren, was auf der Konferenz vor sich ging und das wird wiederum die Gruppenrepräsentanten in die Lage versetzen, ihre Gruppen über die Weltdienstangelegenheiten auf dem Laufenden zu halten.
Einigen ist der Nutzen einer Regionalversammlung am Anfang vielleicht nicht ganz klar. Andere finden den Gedanken an eine Regionalversammlung, auf der alle Gruppenrepräsentanten einer Region in Einigkeit zusammenkommen, um ein Gruppengewissen zu bilden, das die RDs auf der Weltdienstkonferenz vertreten, möglicherweise ganz wunderbar. Es ist wichtig daran zu denken, daß strukturelle Änderungen auf Regionsebene für die Gebiete und Gruppen genauso schwierig sein können, wie für die Region selber. Es gibt keinen perfekten Stil und auch keine perfekte Form, welche auf alle Gebiete passen. Wenn zwischen den regionalen Dienstorganen und ihren Gebieten und Gruppen ein Austausch stattfindet, dann wird sich eine Regionalversammlung entwickeln, die den Bedürfnissen aller Teilnehmer entspricht.
Das WSC Policy-Komitee möchte gerne von Eueren Erfahrungen mit den Empfehlungen im GTLS hören, damit andere davon profitieren können. Schreibt an: WSC Policy-Committee c/o WSO.
Ich denke oft daran, wie es heute für mich ist, Service zu machen und wie es vor ein paar Jahren war. Es erfüllt mich mit Dankbarkeit und einem Gefühl der Ehrfurcht. Die Änderungen, die in meinem Leben durch das NA-Programm und den Service bewirkt wurden, sind enorm. Sie haben mein Leben mindestens jeden Tag einmal gerettet. Ich erinnere mich, wie mein Leben in den Jahren war, bevor ich mit meiner Sucht an den Tiefpunkt kam. Und ich muß nur auf meinen Wohnzimmertisch schauen, um zu sehen, wo ich heute bin. Er liegt immer voller Servicematerial, noch nicht fertiggestellten Aufträgen und Faxen vom WSO-Übersetzungsdepartment. Ich bin nun schon das dritte Jahr Mitglied des World Service Übersetzungskomitee und ich fühle mich geehrt, weil ich die Möglichkeit bekam, die Art von Service zu machen, die ich am meisten liebe: Übersetzungen von NA-Literatur.
Als ich clean wurde, hatten wir drei Gruppen in Norwegen - eine in Oslo, mit zwei oder drei Mitgliedern; eine in Horten, mit drei oder vier Mitgliedern und eine in Moss, wo ich lebe, mit ungefähr zehn Mitgliedern. Derjenige, mit der längsten Cleazeit, war ungefähr zwei Jahre clean. Das erste Mal als ich mich nach dem Meeting mit ihm zusammen setzte, dachte ich: „Wow!“ Zwei Jahre, Mann! Das muß der gelassenste und gesündeste Mann sein, den ich je getroffen habe!“ Einige Monate später wurde er mein erster Sponsor.
Was bei dieser Geschichte noch viel wichtiger ist, er war einer der Leute, die die Initiative ergriffen, ein Gebietsservicekomitee zu gründen. Ich ging zu der ersten GSK und dort wurde das lokale Übersetzungskomitee gegründet. Ich wurde sofort Mitglied. Wir hatten anfangs absolut keine Erfahrungen, auf die wir uns stützen konnten. Wir wollten bloß etwas Literatur auf Norwegisch haben, die wir auf die Tische legen konnten, etwas, das wir lesen konnten und das jeder in unseren Meetings verstand. Wir wollten etwas, das uns dabei helfen würde, uns als Teil der NA-Gemeinschaft zu identifizieren - etwas, das uns gehörte und nur uns alleine.
In den ersten Jahren, in denen NA in Norwegen bestand, gingen die meisten Mitglieder, die regelmäßig kamen, auch zu Meetings einer anderen Gemeinschaft. Das färbte sicherlich unsere Einstellung und unsere Denkweise. Aber langsam hörten einige von uns auf, zu anderen Gemeinschaften zu gehen und wir fingen an, uns zu dem zu entwickeln, was wir heute die wahre NA-Identität nennen. (Um von mir selbst zu sprechen, ich kann nichts Negatives über die andere Gemeinschaft sagen. Aber ich gehöre zu NA. Ich identifiziere mich völlig mit dem, was im Basic Text über die Krankheit Sucht steht. Mein Herz und meine Seele gehören NA. Ich wollte nur erwähnen, daß wir lange um unsere eigene Identität kämpfen und den Einfluß von anderen Gemeinschaften überwinden mußten.)
So ist es jedesmal gewesen, wenn wir neue Gebiete gründeten oder es versuchten. Wir haben immer bei Punkt Null angefangen. Manchmal machten wir das Richtige und holten uns Erfahrungen von anderen älteren NA-Gemeinschaften oder dem WSO. Manchmal probierten wir Dinge aus, ohne die Hilfe von anderen in Anspruch zu nehmen; manchmal funktionierte es und manchmal nicht. Einige unserer Bemühungen scheiterten mehr als einmal aufgrund mangelhafter Planung oder persönlicher Konflikte. Aber wir haben aus jedem unserer Fehler gelernt. Heute haben wir funktionierende Unterkomitees in allen regulären Dienstbereichen, und sie sind stabil.
Persönlich habe ich beim Service gute und schlechte Erfahrungen gemacht. Manchmal hat mein Mangel an Demut andere Leute davon abgehalten, Service zu machen - etwas, das ich zutiefst bedauere. Eines habe ich gelernt: Wenn du versuchst in einer kleinen Gemeinschaft clean zu bleiben und zu genesen, dann kannst du es dir nicht leisten, Leute zurückzuweisen. Du kannst es dir nicht aussuchen, mit wem du Service machst. Es gibt einfach nicht so viele Leute! Deine ganze Existenz hängt davon ab, daß man als Gruppe zusammen bleibt. Das ist genauso, wie wenn du versuchst, in einer Pioniergemeinschaft zu genesen. Du versuchst ganz einfach, die anderen Mitglieder so gut du kannst, zu lieben, gleichgültig, wie sie handeln, was sie sagen oder was für eine Meinung sie über Service haben. Du mußt die Situation ganz einfach akzeptieren, so wie sie ist, einander so gut unterstützen, wie es geht und versuchen, zu einer Einigung zu kommen, wie Service gemacht wird. Das wichtige dabei ist, es miteinander zu tun. Mein Leben hing davon ab, clean zu bleiben und das Cleanbleiben hing davon ab, meiner Stammgruppe gegenüber loyal zu bleiben und Service zu machen.
Ich blieb vier Jahre lang im norwegischen Übersetzungskomitee und ich habe viel Service in verschiedenen Positionen gemacht, sowohl auf lokaler Ebene, als auch auf Weltebene.
Ich habe unzählige erinnerungswürdige Erfahrungen beim Service gemacht, doch möchte ich hier nur zwei davon erzählen.
Nach zwei Jahren im Übersetzungskomitee erhielt ich eines Tages einen Brief vom WSO. Ich öffnete ihn und die ersten vier Informationsfaltblätter, ins Norwegische übersetzt, fielen mir in den Schoß. Ich fing an vor Freude zu weinen, weil hier endlich das Ergebnis von zwei Jahren schwerer Komiteearbeit vor mir lag, zwei Jahre Diskussionen, Ärger, Gelächter und Zweifel. Ich weinte, weil ich wußte, daß diese Seiten in meiner Hand bedeuteten, daß ein anderer verrückter Süchtiger, einer wie ich in Narcotics Anonymous clean bleibt und Genesung findet.
Nicht viel später erhielten wir unsere erste Sendung von IPs und wir fingen an, sie an die Gruppen zu verteilen. Dann, im August desselben Jahres (1993), hatten wir unsere erste NA-Convention in Norwegen. Dreiundsiebzig Mitglieder schrieben sich ein. Das war das erste große Treffen von NA-Mitgliedern in Norwegen. Endlich hatten wir etwas für unseren Literaturtisch, das jeder und jede Anwesende verstehen konnte. Ich glaube nicht, daß ich jemals die Freude vergessen werde, die ich verspürte, und die ich bei anderen Mitgliedern bemerkte, als sie sahen, daß wir tatsächlich NA-Literatur in unserer eigenen Sprachen hatten. Eine ganze Reihe unserer Mitglieder sprechen nicht sehr gut Englisch und so war dieses Ereignis eine unbeschreibliche Freude für sie. Einer drückte es so aus: „Danke. Jetzt verstehe ich, was mit mir los ist.“ Er war damals schon fast ein Jahr lang clean.
Ich arbeitete damals auch in anderen Bereichen des Service, als ich bei unserem lokalen Übersetzungskomitee mitmachte. Service war nötig, sowohl auf Gruppen- als auch auf Gebietsebene, aber es gab nicht allzuviele Leute, die bereit oder fähig waren, den erforderlichen Dienst zu machen. Einige von uns hatten vier verschiedene dienende Ämter auf einmal. Ich selbst war einmal Kaffeekocher und Kassenwart in meiner Stammgruppe, Chair beim Gebiet und Sekretär beim lokalen Übersetzungskomitee. Ich empfehle das niemandem, aber manchmal passieren solche Dinge, wenn eine NA-Gemeinschaft in ihren Anfängen steckt.
Wir versuchten einfach nur, die Dinge irgendwie zu schaffen. Und das Wunder geschah! Wir blieben zusammen und fingen an zu wachsen - zuerst als Gruppe und dann als Gebiet. Das Gebietskomitee ging an einem Punkt beinahe ein, weil es zu wenig Unterstützung von den Gruppen erhielt und weil es einige persönliche Konflikte gab, aber wir fanden eine Lösung und langsam gab es mehr Gruppen.
Heute haben wir zweiundzwanzig Gruppen in Norwegen. Und wir sind gerade in einer atemberaubenden Wachstumsphase! Wir überlebten trotz unserer anfänglichen Probleme und heute ist unser Gebiet nahe an dem, was ich für das Ideal halte. Na ja, vielleicht nicht am Ideal, aber sicherlich an einer größeren Reife. Wir haben auch ein sehr starkes NA-Bewußtsein in Norwegen. Unsere Mitglieder legen sehr großen Wert darauf bei ihrer Servicearbeit, die Zwölf Traditionen anzuwenden und wir verzeichnen ein wachsendes Bewußtsein für die Zwölf Konzepte. Narcotics Anonymous hat in Norwegen gut Fuß gefaßt. NA ist hier, um zu hier bleiben!
Meine eigene Genesung und die Servicearbeit nahmen eine unerwartete Wende, als ich im Mai 1995 in das WSTC aufgenommen wurde. Diese Art von Service brachte eine völlig neue Dimension in mein Leben und in meine Genesung. Ich habe unsere Gemeinschaft weltweit persönlich kennengelernt - Mitglieder aus Israel, Brasilien, den Philippinen, Deutschland, den USA, dem Vereinigten Königreich, Australien.... Der Dienst auf dieser Ebene hat mir die Gelegenheit gegeben, erwachsen zu werden und ein Potential in mir kennenzulernen, von dem ich nicht einmal wußte, daß ich es hatte. Das wurde offensichtlich, als ich den WSTC-Bericht vor ungefähr 300 NA-Mitgliedern auf der WSC’97 vorstellte. Ich stand auf dem Podium vor all diesen Leuten und dachte: „Das bin wirklich ich, der da vor der Weltdienstkonferenz von Narcotics Anonymous einen Bericht in Englisch abgibt!“
Nur ein paar Jahre vorher war ich ein Herumtreiber in einem kleinen Dorf in Norwegen gewesen und hatte jede nur erdenkliche Droge genommen, die ich kriegen konnte.
Danke, daß Ihr mir erlaubt habt, Service zu machen und danke, daß Ihr mir das Leben gerettet habt.
Ich wurde in einem Gefängnis in Massachusetts clean. Jahrelang hatte ich mich immer wieder gefragt, wie das passierte und sogar, warum das passierte. Ich hatte nicht wirklich den Wunsch mit dem Drogennehmen aufzuhören; ich versuchte im Lauf der Jahre viele Male aufzuhören und scheiterte jedes Mal.
Ich akzeptierte einfach, daß ich ein Süchtiger war und bis zu meinem Tod nehmen würde. Die letzten zehn Jahre meiner aktiven Sucht waren eine Horrorshow. Ich war gewalttätig, selbstmordgefährdet, gottlos, hoffnungslos und voller Selbsthaß. Ich haßte das, was aus mir geworden war. Ich kannte niemanden, der clean war und ich hatte nie von Narcotics Anonymous gehört.
Ich frage mich nicht länger, wie oder warum ich clean wurde. Ich weiß es heute. Es war deshalb, weil einige NA-Mitglieder dachten, ich bin wichtig genug, um mit einer K&E-Abordnung in das Gefängnis zu gehen, in dem ich war, und mich wissen zu lassen, daß es eine bessere Art zu leben gab und daß ich nie mehr zu nehmen brauchte.
Das liegt jetzt dreizehn Jahre zurück und ich bin immer noch clean und in Genesung. Ich bin ein dankbares Mitglied des WSC K&E-Komitees. Als Ergebnis meiner K&E-Arbeit auf der lokalen Ebene und auch auf Weltebene, ist mein Leben besser geworden. Ich bin ein nützliches und produktives Mitglied der Gesellschaft geworden. Ich habe Ziele und Wünsche. Ich kann es nicht in Worten ausdrücken, was für ein Gefühl das ist, ein Mensch mit Würde und Hoffnung zu sein, nachdem ich das zuvor nicht hatte.
Als Ergebnis meiner Arbeit im K&E traf ich einige wundervolle Leute, die mir ihre Herzen und ihr Zuhause öffneten. Es ist schwierig, dreizehn Jahre K&E-Arbeit in einigen Absätzen zu beschreiben. Ich hatte Glück. Mein Sponsor ist ein K&E-Mann und die meisten meiner engsten Freunde in NA sind auch in der K&E-Arbeit engagiert.
Alles, was ich beim Service gelernt habe, hat mich zu der Person gemacht, die ich heute bin, Ich bin ein liebevoller und fürsorglicher Mensch geworden - so, wie ich es niemals geglaubt hätte. Ich will hiermit schließen: Denkt daran, Service für NA ist Service an Euch selbst.
Die dicke Gefängnismauer war sehr hoch und schien unmöglich zu durchbrechen. Ich ging durch das große Eisentor nach draußen und ein tiefes Gefühl der Dankbarkeit überkam mich. Zwei andere NA-Mitglieder waren mit mir. Ein Jahr zuvor hatten sie genau in diesem Gefängnis gesessen. Sie hatten die Botschaft der Genesung durch K&E-Arbeit in diesem Gefängnis bekommen und nun geben sie das zurück, was sie bekommen haben. Wir hatten gerade unser K&E-Meeting beendet. Das Meeting wurde zwei Jahre nachdem unser Öffentlichkeitsarbeitskomitee sich mit der Gefängnisverwaltung getroffen hatte, gegründet.
Unser ÖA-Komitee war zu der Zeit neu und das Treffen mit der Gefängnisdirektion war eine unserer ersten Aufgaben. Wir waren davon überzeugt, daß ein Bindeglied zwischen NA und der Öffentlichkeit fehlte, insbesondere, wenn es um Kontakte zwischen der Fachwelt und den Organisationen ging, die sich mit Süchtigen befassen. Unser Ziel war es nur, diese Leute davon zu informieren, daß es NA gibt und daß Süchtige, die das Verlangen haben, mit Drogen aufzuhören, bei NA willkommen sind. Das klingt einfach, aber sich an die Traditionen und gleichzeitig an die Gesetze unseres Landes zu halten, stellte sich als eine schwierige Aufgabe heraus.
Narcotics Anonymous in Kuala Lumpur in Malaysia bestand aus einer sehr kleinen Gruppe von genesenden Süchtigen. Als NA in Malaysia vor etwa zehn Jahren gegründet wurde, zog unser einziges Meeting von einem Ort zum anderen und existierte im Verborgenen. Damals war NA wie eine Untergrundorganisation. Jedes Mal, wenn wir uns trafen, dann mußten wir Angst haben, daß die malaysischen Ordnungsbehörden uns wegen des Abhaltens einer illegalen Versammlung verhaften würden (unsere Gesetze verlangen, daß eine Organisation behördlich registriert ist und bestimmte Bedingungen und Konditionen erfüllt).
Wir konnten keine offizielle ÖA- oder K&E-Arbeit leisten. Die Botschaft wurde hauptsächlich durch Mund-zu-Mund-Propaganda unter den Mitgliedern und engen Freunden weitergegeben. NA wurde entweder als ein religiöses Programm oder irgendeine Art westlicher Ideologie betrachtet. Ich erinnere mich daran, wie ich mein erstes NA-Meeting in Malaysia besuchte. Ich hatte Angst, bei einer Gruppe von Süchtigen zu sein, denn das hätte die Aufmerksamkeit der Polizei auf uns ziehen können und man hätte uns vielleicht sogar einem Urintest unterzogen. Nach unserem Gesetz wird jeder, der als Süchtiger überführt wird, zu zwei Jahren Zwangsrehabilitation in einer Institution und zu weiteren zwei Jahren Bewährung verurteilt.
Trotz dieser Hindernisse und Herausforderungen, die sich uns in den Weg stellten, bleiben die Mitglieder, die im Programm bleiben, clean. Die lokalen Fachleute werden immer neugieriger auf NA. 1991 wurde eine internationale Konferenz über Drogentherapie und verwandte Dienstleistungen in Kuala Lumpur abgehalten. Ein Repräsentant von den NA-Weltdiensten nahm daran teil und hielt einen Vortrag. Das erste Mal erfuhren die Fachleute in Malaysia von dem weltweiten Narcotics Anonymous-Programm, das an jede Kultur und Sprache angepaßt werden kann.
Nach der Konferenz fing die Gemeinschaft mit offizieller Servicearbeit an. Wir hielten uns noch immer sehr im Hintergrund. Ungefähr vor drei Jahren fand das Asiatisch/Pazifische Forum in Malaysia statt und wir hatten die Gelegenheit, aus den Erfahrungen der Gemeinschaft über die Servicearbeit in NA zu lernen. Wir profitierten ebenso von der Anwesenheit der WSC-Leute, die ein Meeting mit einigen wichtigen Leuten arrangierten, die uns bei unserer Arbeit helfen konnten: dem Vizepräsidenten der World Federation of Therapeutic Communities und anderen, die auf Regierungsebene Einfluß hatten.
Ein Gruppenservicekomitee wurde kurz danach gegründet. Die Öffentlichkeitsarbeit machte sich daran, NA dem Gefängnisdirektor vorzustellen und ein paar Monate danach wurde das erste K&E-Meeting im Gefängnis gegründet. Da die meisten Süchtigen die lokale Sprache sprechen, „Bahasa Malaysia“, gründeten wir auch ein Meeting in dieser Sprache. Unsere Höhere Macht gab uns den Mut, an den Generaldirektor der Government Narcotics Agency (ein staatliche Behörde, die für die Rehabilitation von Süchtigen zuständig ist) heranzutreten. Er war sehr entgegenkommend und lud uns ein, eine Präsentation auf einem Workshop abzuhalten. Ich war sehr dankbar, daß ich bei dieser Präsentation dabei sein konnte. Mehr als sechzig Regierungsbeamte aus dem ganzen Land zeigten sich gegenüber Narcotics Anonymous, als einen Weg der Genesung für Süchtige, sehr aufgeschlossen. Nicht nur, daß sie Narcotics Anonymous selbst akzeptierten, sie luden uns auch noch ein, NA den Süchtigen, die sich in ihrer Obhut befanden, vorzustellen und boten uns Hilfe bei der Gründung von neuen Meetings an.
Ich hoffe, daß NA in Malaysia wächst und daß die Öffentlichkeitsarbeit und die K&E-Arbeit hier weitergehen, so daß mehr Süchtige die NA-Botschaft bekommen. Ich bete dafür, daß kein Süchtiger und keine Süchtige sterben muß, bevor er oder sie die Chance hatten, die Zwölf Schritte von Narcotics Anonymous zu arbeiten.
1986 | 1996 | |
Länder mit NA-Meetings | 40 | 90 |
Anzahl der registrierten NA-Gruppen in den USA | 7,638 | 12,938 |
Anzahl der registrierten NA-Gruppen
außerhalb der USA |
735 | 2,720 |
Anzahl der vom WSO verkauften
Basic Text-Ausgaben in Englisch |
215,352 | 206,512 |
Anzahl der vom WSO verkauften
Bronzemedaillien für 10 Jahre Cleanzeit |
572 | 4,768 |
Ungefähre Anzahl der vom WSO
verschickten Starter Kits |
900 | 1,000 |
Anzahl der verschiedenen Sprachen,
in denen der Basic Text erscheint |
1 | 8 |
Anzahl der eingeschriebenen
Besucher von Welttreffen |
1,600 | 7,116 |
Verkaufte Artikel auf Welttreffen | $41,556 | $355,782 |
Sources: Quellen: (1-7) Jahresbericht des WSO von1986 und 1996;
(8-9) Historische Daten der WCC
Wir dachten, es könnte Euch etwas helfen, wenn wir damit anfangen, Euch einige der Mitglieder des WSO vorzustellen und ihren Aufgabenbereich zu beschreiben. “Mitarbeiterblitzlicht“ wird ein regelmäßiger Beitrag des NA Way Magazine sein.
Die Mitarbeiterin dieses Monats ist Dee Joyce Price. Sie begann im Herbst 1986 für das WSO zu arbeiten. Sie wurde für die Rezeption eingestellt und war verantwortlich für die drei eingehenden Telefonleitungen und den Empfang von Besuchern. Dee war von ihrer Arbeit sehr angetan. „Es war wunderbar. Jeder umarmt einen und natürlich mochte ich das,“ erinnert sie sich.
Dees
Verantwortungsbereich hat sich in den elf Jahren ihrer Mitarbeit sehr vergrößert.
Das WSO hat nun acht eingehende Telefonleitungen. Das wäre eine nicht
zu bewältigende Anzahl, wenn sie alle auf einmal klingeln würden;
Gott sei Dank passiert das selten. Auch benutzen viele Anrufer das Tonwahlsystem.
Dee überprüft die reguläre eingehende Post und die Emails
an mailwso@aol.com. Sie verschickt alle K&E-Mailings und eine ganze
Menge anderer Post, wie z.B. Blitzkuriersendungen an betraute Diener. Die
Anrufer hören Dees Stimme auf dem Anrufbeantworter des WSO. Sie ist
auf dem Laufenden über den Aufgabenbereich eines jeden Mitarbeiters
und erfaßt die Anwesenheitszeiten von allen Mitarbeitern, so daß
sie die Anrufer an die richtige Stelle verweisen kann, damit ihre Fragen
beantwortet werden können. Dee beantwortet selbst auch eine Menge
Fragen, damit die betrauten Diener der Gemeinschaft etwas entlastet werden.
Sie hat die aktuelle Telefonliste auf ihrem Schreibtisch, so daß
sie den Anrufern dabei helfen kann, zu den lokalen NA-Meetings zu finden.
Dees anfängliche Gefühle für die Arbeit beim WSO haben sich lediglich dahingehend geändert, daß sie ihre Arbeit noch lieber mag. Die NA-Gemeinschaft ist für sie zu einer zweiten Familie geworden und sie hat es gerne, wenn NA-Leute zu Besuch kommen. Also kommt vorbei, wenn Ihr das nächste Mal in Kalifornien seid.
Ursprünglich wurde der Laden als ständige Einrichtung auf dem Welttreffen eingeführt, damit die Gebiete und Regionen eine Möglichkeit hatten, die Artikel zu verkaufen, die ansonsten als Ladenhüter in Kartons voller übriggebliebener T-Shirts vergammelt wären. Die WCC wollte damit die altmodischen „Foyerverkäufe“ von NA-Artikeln abschaffen oder zumindest einschränken. Die NA-Mitglieder reagierten positiv auf diese Läden und stellten sich eifrig an, bis sie aufmachten. Was könnte nach all diesen guten Ergebnissen also schlecht daran sein?
So, wie es of der Fall ist, so ist auch aus dem „Alternate Merchandise Store“ auf dem Welttreffen etwas ganz anderes geworden, als das, was ursprünglich geplant war. Die Vorfälle in dem Laden auf der WCNA-26 in St. Louis gaben ein sehr schlechtes Bild von einer ehemals guten Sache ab.
Der Versuch, alle Verkäufer in dem dafür bestimmten Raum unterzubringen, wurde schnell zu einem Desaster, obwohl man ein strukturiertes System ausgearbeitet hatte, um sicherzustellen, daß jeder Verkäufer einen vorher reservierten Platz zugewiesen bekam. Es bestand ernsthaft die Gefahr, daß jemand verletzt wurde, als einige Verkäufer sich stoßend und schiebend an den Mitarbeitern und Sicherheitsleuten vorbei drängten, die versuchten die Pässe zu kontrollieren und den Leuten ihren Verkaufsplatz anzuweisen. Es war das schlechteste Beispiel für Genesung im Service, das wir jemals gesehen haben. Wir möchten wohl annehmen, daß es ein vereinzelter Vorfall war, aber es scheint immer häufiger zu passieren, daß ein solches Benehmen typisch wird - nicht nur auf Welt-Conventions, sondern auch auf regionalen Conventions, auf denen es diese Läden gibt.
Was geschieht, daß bei dieser besonderen Dienstsituation normalerweise vernünftige, schrittepraktizierende und textzitierende betraute Diener zu rüden, intoleranten, rücksichtslosen Verrückten werden? Wir wollen kein schlechtes Licht auf die Mitglieder, die mit den NA-Läden zu tun haben, werfen. Unglücklicherweise scheint aber die Zahl von Leuten, auf die diese Beschreibung zutrifft, jedes Jahr größer zu werden.
Wir haben einen Punkt erreicht, an dem das, was früher als besondere Gelegenheit für Gebiete und Regionen betrachtet wurde, nun als „unveräußerliches Recht“ angesehen wird, das eingefordert werden kann. In der Folge kam die WCC vom Regen in die Traufe. Wir haben uns immer bemüht, die NA-Mitglieder in ihrem Wunsch zu unterstützen, übriggebliebene Artikel zu ergattern. Im Rückblick stellt sich das Ganze so dar, daß unsere Bemühungen darin resultierten, daß die Bestimmungen von Einrichtungen gebeugt oder gebrochen wurden, Tarifverträge verletzt wurden und unsere Haftpflicht aufgrund dieses Verhaltens beim Verkauf von NA-Artikeln in die Höhe ging. Zusätzlich ist der Verwaltungsaufwand, den die WCC dadurch hat, daß sie diese „Alternate Stores“ ermöglicht, bis zu einem Punkt angewachsen, an dem schon bald der Einsatz eines Mitarbeiters/einer Mitarbeiterin nötig ist, der/die sich ausschließlich mit dem Laden befaßt. Als ob diese Probleme nicht schon genug wären, wirkte sich der Laden am Sonntag Morgen störend auf das Genesungsmeeting aus. Obwohl der Laden nicht vor Meetingsschluß geöffnet wird, verließen einige Mitglieder das Meeting, um sich schon einmal anzustellen. Das war sicherlich nicht die Absicht, als die Idee eines NA-Ladens aufkam! ]
Wir wissen, daß sich viele NA-Gemeinschaften mittlerweile auf den Laden verlassen, um Geld einzunehmen, aber das lag nicht in der Absicht der Gründer. Der Laden wurde aus zwei Gründen ins Leben gerufen: erstens, um die „Foyerverkäufe“ von NA-Waren auf dem Welttreffen einzuschränken und zweitens, um den NA-Gemeinschaften die Möglichkeit zu geben, übriggebliebene Artikel zu verkaufen. Heute gibt es NA-Gemeinschaften, die nur deswegen Artikel produzieren, um sie auf dem Welttreffen zu verkaufen.
Klar, die Probleme, die entstanden sind, zwingen die WCC zumindest, bei der Aufstellung ihrer Richtlinien für die Teilnahme am Verkauf in diesem Laden stingenter vorzugehen und letztendlich den tatsächlichen Nutzen des Ladens für die Gemeinschaft zu überprüfen. Es tut uns leid, daß wir sagen müssen, wir würden diesen Laden sofort einstellen, wenn wir das mit gutem Gewissen tun könnten. Aber die Erfahrung lehrte uns, nach Alternativen zu suchen, ob wir Probleme nicht zuerst durch die Mithilfe unserer Mitglieder lösen können. Wenn ihr dieses Problem in Eueren Servicemeetings diskutiert, dann achtet bitte darauf, was die Mitglieder sagen und laßt uns ihre Kommentare als Input zukommen.
Hiermit erteile ich dem World Service Office, dem NA Way Magazine, seinen Rechtsnachfolgern, Rechtsbeauftragten und denjenigen, die in ihrem Auftrag handeln, die Erlaubnis, das beigefügte Originalmaterial zu veröffentlichen.
Ich erkläre mich einverstanden, daß dieses Material redigiert wird. Weiterhin erkläre ich mich einverstanden, daß dieses Material in anderen Journalen der NA-Gemeinschaft abgedruckt wird. Ich befinde mich im Besitz meiner vollen Geschäftsfähigkeit, auf Grundlage derer ich diese Zustimmung erteile und verzichte damit gegenüber dem World Service Office und der Zeitschrift The NA Way Magazine auf jeden Rechtsanspruch meinerseits, von meinen Rechtsnachfolgern und oder Rechtsbeauftragten.
Unterschrift: ______________________________________
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